27./28. August 2025 – Neuhofen an der Ybbs und Rath im Mostviertel

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Der Gasthof zur Linde ist ein sehr traditionell geführter und, mit zugehöriger Fleischerei, auch deftiger Gasthof.

Alles ist sehr gut im Schuss und wird, den Auszeichnungen nach, welche einen langen Zeitraum abdecken, sehr gastlich geführt.

eines von vielen sympathischen Details

Mir fällt vor allem auf, dass ich der wohl eher über als unter 70jährigen Wirtin, die sich nur sehr schwerfällig bewegen kann und offenbar sehr vieles alleine macht, ein geruhsameres Alter wünschen würde.

Und den Weg nach oben in unser Zimmer finde ich zuerst fast ein wenig gfürchig, zumal auch das Licht sehr schumrig ist.

Bin entsprechend erleichtert, dass unser Zimmer geräumig, hell und dezent neutral dekoriert ist.

Wie ich erst am nächsten Morgen mitbekomme – und unvorbereitet auch etwas leer schlucke… – hatte das Tandem ebenfalls ein blitzsauberes Logis in einer Garage, die eigentlich anderen Zwecken dient.

Der Gasthof steht an einem Dorfplatz mit einem Brunnen.

Verantwortung wofür? Sprach(gebrauch) ist etwas sehr Spannendes

28. August 2025

Ein weiterer heisser Tag ist angesagt. Also früh losfahren.

Das „Gastro-Angebot“ in Neuhofen ist perfekt für early birds –

und bringt uns eine erste sehr sympathische Begegnung mit einer herzlichen jungen Frau, die uns dort bedient. Heute folgen noch viele nette Begegnungen, kürzere und längere Gespräche, Winken und Daumen hochs und Komplimente unterwegs.

Wir fahren zuerst auf der Most-Radroute weiter, die uns gestern schon gefallen hat.

Wir entdecken viele Orte, die einiges zu bieten haben und geradezu nach einem längeren Aufenthalt und Rundtouren kreuz und quer durch Gegend rufen.

Wir sehen über viele Kilometer auf einem Hügel ein Gebäude, das wir zuerst für ein Schloss halten. Nach den Stiftsblick-Radrouten-Schildern tendieren wir darauf, den Gebäudekomplex als besagten Stift zu vermuten. Bis dann ein weithin sichtbarer Kirchturm auftaucht, der sich beim näher kommen als Kloster oder eben Stift entpuppt. Und zwar Stift Seitenstetten, das – unter anderem – ein Gymnasium beherbergt. Wie gesagt unter anderem.

Übrigens: Was wir von weitem gesehen haben, dürfte tatsächlich ein Schloss sein. Vermutlich Schloss St. Peter in der Au.

Doch jetzt ein paar Bilder von Stift Seitenstetten.

Während wir dort sind, fahren zwei Autos mit je einem Benediktinermönch am Steuer in den Innenhof und gehen in die Kirche. Ob die Harley auch einen Benediktiner von A nach B bringt? Oder ob er eher einem weltlichen Gymilehrer gehört? Die Maschine hat es uns nicht verraten. Dafür hat uns die Stippvisite in Seitenstetten auf ein paar spannende Ideen gebracht, wie wir die restliche Zeit oder auch künftige Touren gestalten könnten. Auf die Inspirationsliste für mögliche künftige Aufenthalte in dieser Gegend ist Seitenstetten selbstredend gekommen. Unsere Ideenliste wird länger und länger.

Auch der Kaffee und die Mehlspeisen im nahegelegenen Bäckerei-Kaffee sind fein, die Frühstückskarte empfiehlt sich für einen Besuch mit mehr Hunger und die Frau, die uns bedient, ist ein Original. Sie nimmt sich auch die Zeit, uns nach woher und wohin zu fragen, von ihren Ausflügen in die Schweiz zu erzählen und uns Tipps zu geben, was es in der Region noch alles zu entdecken gäbe.

Heute hat mein Handy viel zu tun. Allenthalben zeigt sich ein kann-ich-euch-nicht-vorenthalten-Fotosujet. Voilà eine Bildstrecke damit:

Für Nach-Fahrer:innen: Nach der Most-Route wechseln wir auf die Enns-Donau-Radroute, den Steyrtalradweg (R8) und für das letzte Stück ab Steyr auf den Voralpenradweg (R12). Alle Routen sind landschaftlich sehr schön, verlaufen auf fast durchgängig asphaltierten Strassen mit kaum Verkehr oder bieten ansonsten gut ausgebaute und sehr klar geführte Radwege. Macht Spass so.

Schade, dass die Sicht nicht klar genug für einen Panoramablick in die Voralpen ist. Durch den Dunst zeichnen sich zumindest markante Bergspitzen ab, die auf den folgenden Bildern nicht zu sehen sind.

Auch von den Ortschaften wären mehrere mindestens einen zweiten Blick wert. Wie uns auch eine Mountainbike-Fahrerin versichert, die wir ein paar Kilometer auf ihrem Arbeitsweg in die BMW-Werke begleiten und die uns von ihrer Leidenschaft fürs Biken erzählt und ihrem Ehemann der aus Berufung Arzt ist und dessen oft 20stündigen Arbeitsschichten keine gemeinsamen Radtouren zulassen. Von Fernreisen ganz zu schweigen.Weitere Themen sind ihre Tochter, eine sehr schöne Ärztepaar-Hochzeit von Berner Kollegen ihres Mannes, ihre Tätigkeit bei BMW, dass wir bei ihr übernachten könnten, welches ihre nächsten Touren- und Ferienpläne sind und noch welche, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Ich muss mal nachschauen, wie viele gemeinsame Kilometer das gewesen sind…, die wir insgesamt ziemlich flott zurück gelegt haben. Spricht auch für die Verkehrsarmut der Strecken, so dass nebeneinander fahren problemlos möglich ist.

ein sehr grosses Gelände, auf dem ihres Wissens nach rund 5000 Menschen arbeiten

BMW ist in Steyr, auch eine Stadt, die einiges für einen längeren Aufenthalt bieten würde. Diese Fähigkeit, überall Entdeckenswertes zu sehen, hat sich bei mir auf dieser Reise entfaltet. So stark, dass es zur Balance auch meine Fähigkeit trainiert, das alles zwar zu sehen, mich darüber zu freuen und es vielleicht sogar auf die Ideenliste zu nehmen, es aber auch bald wieder los- und ziehen zu lassen – und offen und wach für das zu bleiben, was der Moment anbietet und zulässt. Im Alltag, in dem ich stärker sortieren, priorisieren und viel mehr Instant-Entscheidungen treffen muss, hat dieses, sich von allem begeistern und verführen lassen, nicht. Da braucht es einen dezidierteren Fokus, was gleichzeitig auch eine Triage dessen mit sich bringt, was ich überhaupt wahrnehme und zulasse. Spannende Gedanken.

Die R8, der Steyrtalweg, führt uns durch ein Naturschutzgebiet, entlang von Bächen und auch neben einer Eisenbahnlinie. Die Kombination Bahnlinie, Radweg und Wasserlauf gehört zu unseren liebsten Kombination. Davon hat es in dieser Gegend einige, sogar in der komfortabelsten Form, welche alte Bahntrassees zu Radrouten ausbaut.

Schon oft auf unser Reise wären Bahnfans entzückt gewesen. Wir sind mehreren zeitweise mit Dampfzügen befahrenen Strecken begegnet, viel ausrangiertem und zu allerlei Zwecken eingesetztem, alten Rollmaterial – manchmal nur als Rostlager 🤭 – Bahnmuseen, zu allerlei anderen Zwecken genutzten alten Bahnhöfen und, und, und… Ein spezieller Gruss an Peter, an den wir dann oft denken 🙋🏻‍♀️.

(Tage und viele Erlebnisse danach habe ich im Moment keine Ahnung mehr, was da noch kommen könnte. Vielleicht erinnere ich mich, wenn ich Zeit & Musse habe, mir die Fotos anzusehen…)

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