3.- 8. August 2025 – Brno (Brünn)

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Weiterreise von Břeclav nach Brno. So kühl wie es nach wie vor ist, können wir uns vor der Abfahrt noch gemütlich am Frühstücksbuffet stärken. Der Blick nach draussen zeigt Sonne und trocken. Beste Verhältnisse also.

Ein letzter Blick auf den Brauereiturm, der uns die letzten beiden Tage auf unseren Rundtouren immer sicher zurück geführt hat. Solche Orientierungspunkte sind praktisch. Ebenfalls ein letztes Mal, zumindest für diesen Sommer, ein Stück auf der Route 41, sozusagen durch Liechtensteinisches Land und die gut gepflegten Waldgebiete mit ihren vielen Wasserläufen.

Wir halten ein erstes Mal nach dem Wald, weil da viele Störche auf der Wiese sind. Heute scheint ein Vogeltag zu sein. An der Thaya sehen wir viele Möwen und Reiher. Die Beach wird gerade für den Tag eingerichtet und sieht sehr ansprechend aus. Zum Baden ist es allerdings noch deutlich zu kühl, obwohl bereits nach 9 Uhr ist.

An der Thaya sind wir schon einige sehr schöne und auch sehr unterschiedliche Strecken gefahren. Wir nehmen ein Stück den Dammweg, weil er so einladend ist. Ok, nicht was die Fahrqualität angeht.

Ein Mirabellen-Znüni-Halt muss auch sein. Mir schmecken die gelben am besten.

Wir sind weiterhin in einem Weingebiet. Das Mikulovska-Signet ist neu für uns, die 5043 auch.

Es wird fleissig renoviert. In vielen der Gegenden, durch die wir kommen, sieht es nach wirtschaftlichem Aufschwung aus.

Die meisten Weinberge sind eingehagt. Ausser Reben sieht man viele grosse Sonnenblumenfelder in unterschiedlichen Reifestadien.

In dieser offenen Gegend sieht man Burgen und Schlösser von weitem. Es hat auch viele. Je nach Streckenführung sehen wir sie von nahe; so genau kann ich das jeweils nicht einschätzen, weshalb manchmal auch schwierig zu entscheiden ist, ob sich ein Foto lohnt. Zum Glück kann ich als Stokerin im Fahren fotografieren, was die Entscheiden einfacher macht. Im Zweifelsfall fotografieren und allenfalls später wieder löschen. Die Art der Alltagsfotografie hat sich durch die Handys schon sehr verändert. Als wir noch Filme kaufen und bei jedem Bild entscheiden mussten, ob sich ein Abzug lohnt, haben wir schon viel selektiver fotografiert.

Ein typisches Bild. Hügel etwas drauf. Oft Sendetürme, die mit ihren rot-weissen Farben gut erkennbar sind, manchmal Aussichtstürme, die in Tschechien sehr beliebt zu sein scheinen und manchmal historische Gebäude. Hier – für das blosse Auge von weitem erkennbar – ein Sendeturm und etwas Historisches, vermutlich gut erhalten.

Wir begegnen vielen sakralen Bauten aller Gattungen und in sehr unterschiedlichen Formaten. Hier zum Beispiel gleich am Strassenrand, in eher handlicher Grösse. Von weitem ist die Grösse, je nach Perspektive, manchmal schwierig einzuschätzen.

Rechts sieht man bereits seit geraumer Zeit einen grossen See, den Novomlýnská nádrž. Das ist der unterste von drei grossen Stauseen, direkt unterhalb der Pálava-Hügel, auf denen auch die Burg liegt.

Von der Navikarte her kann ich nicht einschätzen, ob wir ihn über eine lange Brücke oder einen Damm überqueren werden. Ah, ok, sieht nach einem Damm aus. Wäre für eine Brücke auch etwas lange gewesen.

Noch ein kleiner archäologischer Einschub: Beim mittleren Stausee, dem Věstonická nádrž, wurde die Venus von Dolní Věstonice gefunden. Das ist eine nur etwa 11 cm große Tonfigur einer Frau, deren Alter auf rund 29.000 Jahre geschätzt wird. Sie gilt als die älteste bekannte keramische Skulptur der Welt. Keramik haben wir auf den bisherigen Etappen viel gesehen. Vermutlich nicht alle so langlebig.

Auf der anderen Seite des Damms wird es wieder hügeliger, bleibt aber sehr weitläufig. Bei der folgenden Collage müsst ihr selber auf der Tafel nachlesen, um was es sich handelt – oder einen KI-Übersetzer fragen ;-). Schön gelegen ist die Skulptur auf alle Fälle platziert.

Wir nähern uns langsam Brno, das zusammen mit all seinen Vororten ein sehr grosses Gebiet umfasst. Die vielen ausgeschilderten Velorouten und weiteren Informationen künden eine Velo-freundliche Gegend an, was wir nach den nächsten Tagen mit mehreren Touren im Umland überzeugt bestätigen können.

Schon letztes Jahr sind wir bei der Anfahrt Richtung City vielen Graffitis begegnet; typischerweise sind es in Tschechien weniger figürliche, sondern mehr BuchstabenGraffitis.

In Brno schauen wir uns eine erste Skulptur an, essen eine sehr feine Suppe in einer coolen Ramenbar und freuen uns über die sehr lebendig und trotzdem entspannt wirkende Stadt.

Weil es immer noch einen Moment dauert, bis wir in die Wohnung können, setzen wir uns in den schönen Park mit Blick auf das Tandem, das direkt vor unserer Unterkunft wartet.

Ausnahmsweise sind sich die Navis statistisch ziemlich einig. Hoffentlich bleibt das so.

Der Blick über die Stadt und die Umgebung aus unserer Bleibe für die nächsten fünf Tage. Wir lieben es schon jetzt.

Was für eine Aus- bzw. Übersicht

In zehn Minuten spaziert es sich gemütlich ins Stadtzentrum. Das Tandem ist mit Genehmigung unseres jungen Gastgebers, dessen Mountainbike auch bei ihm im Schlafzimmer steht zu einem Mitbewohner avanciert und logiert in der geräumigen Küche. Dorthin trägt es Heinz buchstäblich auf Händen.

Eingerichtet und frisch geduscht, ziehen wir los, um einzukaufen und bei der TouriInfo vorbeizuschauen. Dort decken wir uns mit Ideen für die nächsten Tage ein. Wahrlich eine Stadt in der sehr viel läuft – im Sommer sowieso. Und als Unistadt ist sie jung und locker drauf.

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Chronologie? War mal… Willkommen im Brno-Basar der Eindrücke! Die folgenden Brno-Episoden halten sich nicht mehr an die Reihenfolge der Ereignisse. Stattdessen springe ich thematisch, emotional oder einfach nach Lust und Laune – ganz wie Brno selbst: überraschend, bunt und ein bisschen chaotisch.

Euch erwartet eine – ausführliche – Mischung aus Morgenrunden, Stadterkundigungen, gemütlichem Wohnen, ersten Überlegungen und einem Grobplan, was nach Kutna Hora folgt.

Ich/Wir waren alleine, zu zweit oder zu dritt unterwegs – nein, im letzteren Fall waren wir genau genommen immer gleich zu fünft. Denn ausser einem kurzen Regenguss in der ersten Stunde nach Bezug unseres Logis ist es in und seit Brünn trocken geblieben – trotz zeitweilig anderer Ankündigung. Zunehmend wärmer ist es auch geworden, weshalb wir uns auch wieder auf frühe Morgenrunden verlegt haben, was sich sehr bewährt.

Der Startpunkt: Gleich vor der Haustüre in der Pellicova, die Strasse, an der wir wohnen. Ich bin sie viele Male auf dem Weg zum Zentrum oder in die andere Richtung hin und her gegangen und habe jedes Mal etwas Neues entdeckt. Ich zitiere den Copilot, der sich auf Wikipedia bezieht: Die Pellicova ist eine charmante, historisch bedeutende Straße im Zentrum von Brno, direkt unterhalb der Festung Špilberk gelegen. Sie ist benannt nach dem italienischen Schriftsteller und Freiheitskämpfer Silvio Pellico, der von 1822 bis 1830 auf Špilberk inhaftiert war.

Von Letzterem ein Bild auf einem möglicherweise etwas speziell anmutenden Gegenstand in diesem Kontext. Und doch so typisch für die Stadt, die ich in diesen wenigen Tagen kennen gelernt und mich dabei fast ein bisschen in sie verliebt habe. Ein Ferienflirt sozusagen.

Liegestühle für gemütliche Pausen sind ein Markenzeichen des Brno-Sommers

Die Liegestühle haben sehr unterschiedliche Motive, oft mit Bezug zum Ort, an dem sie stehen oder mit beispielsweise einer Festivalankündigung. Doch davon später nochmals. Zurück zur Pellicova und ein paar Trouvaillen, die ich ihr entlang gemacht habe.

Ein hippes Mini-Café, das gleichzeitig etwas mit Velos zu tun hat. Fast täglich stand ein anderer, abgehalfterter Velorahmen, meistens Modell italienisches Rennrad, vor dem Schaufenster. Mini, aber oho!

Oder dann steht da eine evangelische Kirche, die grafisch gut gestaltet über ihre Rituale, ihre Geschichte und einiges anderes informiert. Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte… Etwas, das ich in Brno öfters gedacht habe und das SEHR nach Ich komme wieder schmeckt, wenn auch nicht mehr auf dieser Reise. Aber warum nicht mit ÖV oder Flixbus und dem Klappi. Oh, ich schweife schon wieder ab… Voilà die Kirchencollage.

Gleich vis-à-vis führt eine Treppe auf eine untere Ebene, wo das Tram fährt.

Brno liegt an und auf einem Hügel, der von Festung Špilberk überragt wird. Die Pellicova säumt den Hügel. Allerdings noch nicht am unteren Rand, weshalb die Häuser auf der Špilberk-abgewandten Seite auch noch 2-3 Stockwerke tiefer gehen, unter das Niveau, das sie von der Strassenseite her haben, an der die Hauseingänge liegen.

Diese unterschiedlichen Ebenen machen Brno architektonisch sehr interessant, weil sich die Menschen beim Bauen sehr unterschiedliche Lösungen haben einfallen lassen, wie sie mit diesen Niveauunterschieden umgehen. Auf alle Fälle sehr kreativ. Zusätzlich zu den verwinkelten Gassen gibt es innerhalb von Gebäudekomplexen oft Rolltreppen, Lifts und auch konventionelle Treppen, welche die Häuser nicht nur verbinden, sondern es auch ermöglichen, die historische Stadt indoor zu erkunden. In Verbindung mit den vielen Innenhöfen, die dabei durchquert werden, ist es ziemlich anspruchsvoll, die Orientierung nicht zu verlieren. Oder zu verstehen, was mapy, das tschechische Google Maps, uns als Weg vorschlägt. Faszinierend, um das Wort wieder einmal zu benutzen ;-).

Was das Bild auch zeigt und was gleichzeitig eher die Ausnahme ist: auch in Brno kann man sich nicht überall bedenkenlos auf Treppenstufen setzen und dort eine Pause oder sogar – auch mitgebrachte – Getränke und Picknick zu geniessen. Aber vielerorts, weil die Stadt zu jeder Tages- und Nachtzeit sauber und sicher ist. Die Eigenwerbung von Brno, dass sie eine der sichersten Städte Europas sei, scheint mir intuitiv möglich zu sein. Dazu tragen auch spezielle Projekte bei. Die Stadt betreibt beispielsweise das Projekt „Bezpečnější (was für ein Wort!) Brno“ – eine Plattform zur Prävention und Information über Kriminalität, Notfälle und Sicherheit im Alltag. Auch die Městská policie Brno ist sehr aktiv in der Öffentlichkeitsarbeit und Prävention. Sichtbare Präsenz von Polizist:innen trägt bekanntlich zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei. Und – um wieder mal abzuschweifen 🤭😉 – ein netter Polizist hat uns in Waidhofen im Waldviertel – ihr erinnert euch vielleicht – ein sehr feines Café empfohlen. Das Stichwort Polizei nehme ich auf die Liste und komme nochmals darauf zurück, wenn ich euch mit auf den Špilberk nehme.

Doch noch sind wir unterhalb in der Pellicova. Das Stichwort Tram, samt Bild, nehme ich auch auf die Liste. Uups, das wird eher ein Buchkapitel als eine Kurzgeschichte zu Brno.

Vis-à-vis vom der evangelischen Kirche geht‘s nicht nur eine Ebene runter, sondern in die andere Richtung hat‘s gegenüber eine psychologische oder psychiatrische Klinik.

Muss ich zuerst wieder finden

Und diese Garage ist auch ganz in der Nähe, wobei ich den Lautsprecher als Bitte um „Zimmerlautstärke“ verstehe oder mir ansonsten keinen Reim darauf machen kann.

erhellender Effekt

Dann wäre da auch noch diese Inschrift auf einer Hauswand. Dass Google sie passend übersetzt hat, kann ich nicht garantieren. Manchmal sind seine Resultate ziemlich kurios; vor allem bei Speisekarten haben wir schon herzhaft gelacht und rätseln müssen, was damit wohl gemeint sein könnte. Eine zweifellos praktische App – und immer mal wieder mit stand-up-Comedy-Qualität.

Wie ich mal in den Status gestellt habe; eine Stadt mit Tram ist mir schon alleine deswegen sympathisch. Es heimelet, obwohl die Fahrspur hier deutlich breiter ist, als bei uns.

Ihr seht also: Eine Strasse fast mitten in der Stadt mit geradezu dörflicher Atmosphäre, die mich ans Im langen Loh in Basel erinnert. Die Architektur ist geprägt von einer Mischung aus Barock, Jugendstil und Funktionalismus. Nicht überraschend, dass diese malerische Kulisse gerne für Filme genutzt wird.

Bild mit dem einen oder anderen Haus drauf

So, jetzt nehme ich noch an andere Orte in Brno mit. Mal überlegen, welche alle.

  • Konzert(e)
  • Stühle
  • Skulpturen
  • Spielberg
  • Polizei-Ausstellung

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