12.-15. Juli 2025 – Was wohl alles vor uns liegt?

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Zehn Wochen freie Zeit – und ausser ein paar wenigen Reservationen und ein paar Ideen vor allem die Absicht, es auf uns zukommen zu lassen und mit viel Offenheit spontan das zu tun, wonach wir Lust haben.

Samstag frühmorgens, weil wir am Vorabend entschieden haben, dass wir so wohl mehr Platz in den Zügen haben, was für die erste Verbindungen auch zutraf.

Fahrend aufgenommene Bilder um diese Zeit haben ihren eigenen Charme.

Auch das schief passt, weil um halb vier Uhr morgens einige schräge Vögel unterwegs sind. Sowohl auf Basels Strassen, als auch später beispielsweise im Freiburger Bahnhof oder in den Zügen ab dort.

Noch haben wir einen ganzen Wagen für uns

Die DB bleibt sich treu… Kurz nach der Abfahrt bereits die Meldung auf der App, dass einer der eingeplanten Züge ausfallen wird, was ein erstes Umplanen bedeutet. 🤔 Sollen wir lieber in Freiburg eine Stunde warten und nur 3x umsteigen oder insgesamt (hoffentlich) schneller, aber mit mehr umsteigen? Wir entscheiden uns für den nächstmöglichen Zug; für einen Kaffee to go reicht‘s auch so. Via Lift und Passerelle kann Heinz das Tandem alleine aufs richtige Gleis wechseln. Und ich suche mir einen Weg durch schwankende und sonstige Nachtgestalten zum gerade geöffneten Bäckereistand.

Umsteigen Nr. ? – weiss ich schon nicht mehr

In Ulm reicht die Umsteigezeit wegen einer weiteren Verspätung und einem sehr frequentierten und mindestens so gemächlichen Lift nicht. Der sonnige Bahnhofplatz, ein weiterer Kaffee und ein nettes Gespräch lassen das ganz ok sein. Nicht alle sind so entspannt unterwegs wie wir. Im nächsten, voll gestopften Zug sind nicht nur freundliche Worte zu hören. Wir kommen fast drei Stunden später als geplant in Nürnberg an – dafür ist das Zimmer schon bezugsbereit. Gepäck verräumen, kurz etwas frisch machen und mit dem Tandem ein Bisschen ins Grüne fahren. Keine wirklich Velo-freundliche Stadt und die Ampeln brauchen VIEL Geduld, aber die Bewegung tut gut. Und wir brauchen noch einen neuen Tacho; bei der ganzen Umsteigerei und dem zeitweiligen Velogerangel ist der „alte“ – aber das ist nur ein Insider – abhanden gekommen. Deshalb fahren wir zum Declathon und dann noch zum Fahrrad XXL. Von letzterem sind wir beide ab sofort erklärte Fans. Doch seht selber:

Die Geschichte dazu: Wir kaufen einen neuen Tacho, ein T-Shirt für Heinz und Beinlinge für mich. Der Maria- aka Glückskäfer setzt sich auf das gerade nicht gebrauchte Kupplungsteil für einen der GPS – ja wir haben zwei – und kommt als Passagier ein Stückchen mit. Wenige Kilometer später springt die Kette raus, verheddert sich und zwei Glieder verbiegen sich dabei so, dass die Kette futsch ist, was deutlich hör- und spürbar ist. Und das am Samstagabend gegen 18 Uhr und knapp zwei Stunden vor dem Vorstellungsbeginn des Improtheaters, für das wir bereits Tickets haben. Uff! Also retour zu XXL, wo sie nicht nur die passende Kette haben, sondern die Reparatur auch gleich machen, wenn auch mit der Einschränkung, dass das nur klappt, wenn die Kassette nicht ausgewechselt werden muss. Freundlich, gut und günstig und noch mit Zeit ein wenig über Tandems zu fachsimpeln. Und auch die Kassette macht mir. Puh! Das hätte kompliziert werden können.

Das Improtheater war dann zwar nicht der Rede wert… die Basler Impronauten haben einiges mehr drauf, finde ich… aber wer hätte sich nach so einem Tag über so eine Banalität ärgern wollen. Was für ein Start.

Den Sonntag haben wir mit einem Stadtbummel durch Nürnberg gestartet.

Für den feinen Brunch haben wir ein Lokal gefunden, dessen Name quasi das Motto unserer Reise widerspiegelt

Wir sind retour zum Hotel geschlendert und haben dabei noch einiges entdeckt.

Nach so vielen Stadteindrücken und den angesagten Temperaturen zieht‘s uns in den Wald und etwas in die Höhe. Der Reichswald ist sehr gross, wie wir vom 🏰 aus sehen werden.

Retour in Nürnberg beschliessen wir den Tag mit einem weiteren Sightseeing, dieses Mal vom Sattel aus, und einem Picknick im Park, wo es allerlei zu beobachten und bestaunen gibt, inklusive Hasen und Igel.

Morgen geht‘s nochmals mit dem Zug weiter, nach Furth im Wald, nahe an die Tschechische Grenze.

Furth im Wald

Die Fahrt führt durch viel Wald, den Reichswald und den Böhmischen Wald, auch Böhmerwald genannt. Auf Tschechisch heisst er Šumava, was sich vermutlich vom alttschechischen „šumět“ ableitet und „rauschen“ oder „summen“ bedeutet – passend zu den rauschenden Wäldern, wilden Flüssen und geheimnisvollen Moorlandschaften dieser Region. Die Šumava ist heute nicht nur ein Nationalpark, sondern auch eines der grössten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas – ein Paradies zum Wandern und alle, die die Natur lieben, wie wir beispielsweise.

Furth ist ein etwas sonderbarer Ort. Einer, in dem sich nicht Fuchs und Hase, sondern Drachen und viele anderen seltsamen Gesellen und Gestalten, oft der Ritterzunft zuzurechnen wohl eher bekämpfen als gute Nacht sagen…

Rund um Ritter und Drachen hat sich die Stadt einiges einfallen lassen. Eine Überlebensnotwendigkeit wie ziemlich offensichtlich ist.

Am Abend regnet es. Plötzlich und heftig. Ob das hier so ist?

Ab morgen ist pedalen angesagt – und Tschechien.

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