2. Juni 2025 – ein zweiter Versuch

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Vorbemerkung: Diesen Tag habe ich bereits am 3. Juni frühmorgens schon mal beschrieben… und fand den Blog selber richtig gelungen… bis ich dann aufs falsche Knöpfchen gedruckt habe und sich alles in Schall und Rauch aufgelöst hat. Inzwischen weiss ich, dass „Block entfernen“ zwar gross klingt, aber kaum eine Auswirkung hat, weil es nur das letzte hochgeladene Bild oder den letzten Abschnitt betrifft. Ganz anders – eine Zeile darunter – das „Beitrag verwerfen“. DON‘T TOUCH. Wir haben dann noch diverse KI-Vorschläge ausprobiert, um die Arbeit von gut zwei Stunden wieder herzustellen. Fehlanzeige! Na ja, auch eine Form von Lernen…

Doch jetzt zum Tag selber: Heinz packt am Morgen unsere Schmutzwäsche zusammen und bringt sie in eine Wasserrette – das ist sozusagen dort, wo man mit Wasser gerettet wird 🤭. Die Maschinen dort haben zwar keine Namen, wie im LeNa-Haus, aber dafür können wir gegen einen kleinen Aufpreis waschen lassen und die saubere Wäsche bereits am Mittag wieder abholen. Praktisch!

Ich schreibe derweil den Blog zu gestern. Na ja, das war zumindest der Plan… aber das wisst ihr ja schon. (Also, ein bisschen Mitleid fände ich schon nett 😢.)

Wir ziehen schliesslich kurz vor 9 Uhr los. Heute zu Fuss.

Utrecht ist die Stadt der Kirchen. Ich glaube nicht, dass ich schon mal so eine Dichte an Kirchen in einer Stadt gesehen habe. Wie die alle wohl heute unterhalten und genutzt werden? Eine Frage, die wir uns noch mehrfach gestellt und erst in Haarlem – teilweise – beantwortet haben.

Wandbild aus Keramikkacheln

Die Kirchen sind sehr unterschiedlich gross.

eine sehr kleine, mit Vorhängen

Andere sind ziemlich mächtig. Auch hier verweise ich auf Haarlem und dort beispielsweise auf die Bavo Kathedrale.

Vom Stadtwall aus sehen wir auf ein Quartier mit alles gleichen kleinen Häuschen und geordnet angelegten Gassen. Wir tippen auf ein altes Arbeiterquartier, was sich bestätigt.

Utrecht wuchs im Mittelalter zu einem wichtigen Handels- und religiösen Zentrum heran. Erbaut wurde das Quartier ursprünglich für Farbrikarbeiterfamilien – wobei es offensichtlich, was Zucht und Ordnung angegangen ist, einen grossen Unterschied gemacht hat, von wem die Unterkünfte bereit gestellt oder vermietet wurden. Vor allem die katholische Kirche sah sich als Bewahrerin traditioneller Werte und ihre Wohnungen waren häufig mit strengen moralischen und religiösen Vorgaben verbunden. Gewerkschaftsnahe und sozialistische Bewegungen betonten mehr die kollektive Solidarität und ihre Wohnungen waren oft günstiger und boten mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten. Das hat sich auch im Gassenbild nieder geschlagen – gesittet ordentlich oder eher chaotisch.

Vielfältig ist das Bild auch heute noch, trotz ähnlicher Grundrisse und Bauweise.

Die Gassen wirken wie ein Kaleidoskop der sozialen Vielfalt. Die kleinen Häuschen stehen nebeneinander wie Charaktere in einer lebendigen Erzählung—einige liebevoll umsorgt und sorgfältig instand gehalten, mit blühenden Rosenbüschen und frisch geölten Holzbalken, andere mit rissiger Farbe und schiefen Fensterläden, vom Zahn der Zeit gezeichnet. Ein Blick durch die offenen Fenster offenbart eine ebenso bunte Mischung: von kunterbunt zusammengewürfelten Möbelstücken aus dem Brocki, die eine charmante Unordnung ausstrahlen oder schlicht messimässiges Chaos, bis hin zu raffiniert gestalteten Innenräumen, wo jedes Detail mit Bedacht gewählt ist. Mal herrscht ein gelebtes Durcheinander, mal eine harmonische Eleganz – ein Mosaik aus unterschiedlichsten Lebensstilen und Geschichten, die sich hinter diesen Türen verbergen.

Ein paar Regentropfen signalisieren uns, dass Zeit für einen Kaffee oder auch etwas mehr ist.

Und dann ruft schon die Turmbesteigung. Wir schauen auf unterwegs noch in

Auf diesem Bild ist der gleich anschliessende Domturm zu sehen – der höchste Kirchturm von Holland, wie wir noch Stufe für Stufe merken werden… 465 sind es! Die Erzählpausen auf den verschiedenen Plattformen haben dafür gesorgt, dass es alle bis oben geschafft haben. Erstaunlich, dass weder bei der Ticketbestellung, noch in der ausführlichen Begrüssung mit freundlich und bestimmten does und don‘ts auf Fitnessanforderungen hingewiesen worden ist.

Die Besteigung mit den verschiedenen Blicken auf die Stadt und vor allem auch das Glockenspiel mit mächtigen Glocken, die 2x im Jahr traditionell von Hand – wobei es da tatsächlich Ganzkörpereinsatz braucht – gespielt werden, war ein Erlebnis. 26 Menschen braucht es, um alle Glocken zu „spielen“. Unglaublich! Genau so wie die Glockenspielerin, die hoch auf ihrer Empore regelmässig den Glocken mit zwei verschiedenen Techniken „von Hand“ Melodien jeglicher Gattung entlockt. Sie hat neben klassischer auch traditionelle und sogar moderne Stücke im Repertoire.

Hier die Bildergalerie zum Dom:

So, weiter geht‘s. Auch die Stufen und die Ausblicke haben‘s in sich.

Die Rundsicht von oben lohnt sich:

(Dieser Eintrag bleibt unvollendet, weil mich der Leben-B-Alltag wieder eingeholt hat…)

Hier einfach noch ein paar Fotos:

In der Rushhour gilt es gut aufpassen:

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