7. Juni 2025 – Regentag ist (nicht nur) Bibliothekstag

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Heute hören wir beim Aufwachen nicht nur die Möwen krakeelen, sondern auch den Regen prasseln. Schnell die Nespresso-Maschine anwerfen und – schwups – wieder ins warme Bett schlüpfen. Wir lassen‘s gemütlich angehen heute.

Mal sehen, was die Wetterprognosen in petto haben und was unsere Ideenliste alles Passendes hergibt. Schnell entschieden ist, dass die Klappis weiter im Trockenen bleiben dürfen. Schliesslich hat Harleem eine tolle Bibliothek, es ist Markttag und das Wetter kann hier sehr schnell ändern. Regensachen, Schichten und diverses „Spielzeug“ samt Netzgeräte einpacken und es kann los gehen.

Frisch gewaschene Farben.

Schwer vom Regen – mit ganz eigenem Reiz

Wir wohnen etwas ausserhalb, nicht weit vom Bahnhof weg und in gut machbarer Fussdistanz zum Zentrum, so dass es auf immer anderen Wegen Neues zu entdecken gibt.

Heute nehmen wir die

zum Bahnhof und bewundern dort das grosszügige Veloparking alias Fietsenstallingen.

Erstaunlich, laut Anzeige hat es noch 882 freie Plätze, obwohl es – zumindest in den unteren Etagen – ziemlich gut gefüllt aussieht.

Davon können wir in Basel nur träumen

Wie nachhaltig und praktisch hier historische Gebäude genutzt werden, bekommen wir zu Fuss unterwegs auch besser mit.

Joannes de Deoplein

Dieses Gebäude beispielsweise wurde als Spital erbaut und betrieben. Heute ist es eine Altersresidenz, mit attraktiven Aufenthaltsmöglichkeiten draussen in kurzer Gehdistanz und damit noch lange auch mit Gehhilfen und Rollstuhl erreichbar.

Darüber wie die vielen Kirchen heutzutage genutzt und vor allem auch unterhalten werden, haben wir auf dieser Reise auch schon sinniert. Mal sehen…

Heilig-Hartkerk

Und zwar eines mit einem Coiffeursalon im Nebenschiff.

Heute trägt die freundliche Kaffee-bring-Frau passend zur Witterung einen Pulli à la Cleeffs.

Mmh, feiner Käse.

Weil uns der Käse im Cleeffs so gut geschmeckt hat, probieren wir später vor einem Käseladen welchen und kaufen ein Stück zum nach Hause nehmen. Als spezielle Tages-Promo erhalten wir sogar eine kleine Kühltasche dazu, die wir gut für unsere Picknicks im Kannenfeldpark brauchen können und die uns künftig an diese erlebnisreichen Holland-Ferien erinnern wird.

Was lernen wir daraus? Es muss nicht immer…

sein. Die Zeiten ändern sich…

Was mich an meinen Studienaufenthalt 1985 – oder war’s 86 🤔 – in Exeter erinnert. Und den dannzumals auf jedem London-Trip obligatorischen Survival-Stop im Swiss-Chalet, um richtiges Brot zu kaufen. Damals kannten sie in Exeter nur Toastbrot im Sponge-Bob-Style – obwohl der wahrscheinlich noch gar nicht geboren war 🤭.

Doch zurück in die Gegenwart. Die nächsten Bilder zeigen eine eindrückliche Fotoausstellung auf dem Bahnhofplatz, die am besten für sich selber spricht.

Was für penible Erfahrungen… für „uns“ – obwohl für sie alle noch viel mehr… und immer wieder. Puh! Wir haben noch viel zu lernen. Sehr viel. Aufmerksamer werden. Achtsam im Umgang miteinander.

Einiges haben wir auch ohne Übersetzung verstanden. Trotzdem werde ich das in einem ruhigen Moment nochmals auf mich wirken lassen. Schon jetzt hat es mich – einmal mehr – Dankbarkeit fühlen lassen für all die guten Karten, die das Leben mir geschenkt hat.

Weiter geht‘s richtig Centrum.

Nur die ganz Wasserscheuen haben die Schirme noch aufgespannt

Heute ist Shopping angesagt, vor allem bei Heinz. Er hat coole rote Bermudas gekauft und zwar bei appel&ei – wohl eine Anlehnung an die Redensart „für ‘nen Appel und ‘n Ei“, die offenbar aus dem Niederländischen stammt und schon im 16. Jahrhundert verbrieft ist. Das Geschäftskonzept ist mindestens so cool wie die Bermudas 😉.

Hoffentlich eine Erfolgsstory

Wir schauen kurz bei der Touri-Info vorbei und lassen uns von der Auslage und den Flyer inspirieren. 🤔 Vielleicht die vielen sehenswerten begrünten Innenhöfe, vielleicht eine Bootstour und dann ist da noch ein Orgelkonzert um 16 Uhr, ebenfalls in Fussdistanz. Klar ist: Auch heute ist sicher keine Langeweile zu befürchten.

Weil wir schon am Groten Markt sind, schlendern wir über den Markt, wo uns allerlei Düfte begegnen, angenehme und für unsere Nasen auch weniger wohl riechende.

Nein, nein, die „duften“ nicht 🤭😂

Den Sockenstand finde ich witzig und auch etwas skurril, auch wenn es nichts für mich dabei hat und Heinz sich bereits mit Hinguckern eingedeckt hat. Statt dessen kauft er einem sehr sympathischen Bürsten-Stand-Betreiber einen Ersatz für seine in die „Jahre“ gekommene Gemüseputzbürste ab. Ein Bisschen was zum Schnausen 😋 drängt sich ebenfalls auf. Märkte haben einen fast so unwiderstehlichen Effekt wie Buffets…

Auf dem Weg zur Bibliothek schneuggen wir unter anderem noch in einen sehr gut assortierten und sehr stilvoll eingerichteten Velo-Laden rein, mit vielen Brooks-Artikeln und „netten“ Bikes.

Gut, dass der Platz in unserem Gepäck beschränkt ist. Da wir von Haarlem aus mit dem Zug zurück fahren, wird nur der Weg zum Bahnhof und das zweifache Umsteigen eine logistische Herausforderung. Auch die werden wir meistern. Trotzdem gut, dass morgen Sonntag ist und die Läden – hoffentlich – geschlossen 😉😂.

Ich bin bereits wieder voller neuer Eindrücke und freue mich auf einen ruhigen und gemütlichen Moment oder gerne auch zwei in der Bibliothek. Wir geniessen dort zuerst noch gemeinsam einen feinen Cappuccino aus dem Bibliothekskaffi und die unterwegs gekauften Leckereien. Danach suchen wir uns je einen ruhigen Arbeitsplatz und vertiefen uns in Mails, Blogs, Reservationssysteme für LeNa-Gästezimmer u.ä. – und ich erkunde natürlich auch, was die Bibliothek so alles drauf hat. Eine ganze Menge.

Wow! Die Stunden hier drin sind nur so verflogen – und haben als ausgedehnte Pause gut getan.

Nix Gärten besuchen, Bootsfahrt machen oder durch die malerischen Gassen schlendern. Vielleicht morgen. Unser letzter Tag. Oder dann alles gute Gründe, um wieder einmal herzukommen.

Für das Orgelkonzert sollte es aber reichen, wenn wir jetzt zusammen packen, flott losziehen und ich uns unterwegs nicht mit zu vielen „Oh!“, „Wow!“, „Schau mal!“s aufhalte. Wir schaffen‘s! 😅 Und für ein paar Gassen-Fotos auf dem Weg hat‘s auch noch gereicht.

Der Konzertort sieht bereits von weitem ziemlich eindrücklich aus.

Dabei ist das nur ein Ausschnitt. Voilà, die ganze Kathedrale.

Habt ihr Lust auf einen Blick hinein und auf ein Orgelkonzert? Und zwar auf der Willibrordusorgel? Es gibt nämlich nicht nur eine Orgel da drinnen.

Dann herein spaziert und auf den Video-Knopf gedrückt.

Das Programm, aus dem euch kurze und etwas abrupt endende Müsterchen erwarten

Mehr zur Koepel Kathedraal, auch bekannt als Kathedrale Basiliek Sint Bavo, unter https://koepelkathedraal.nl. Besonders gefallen hat uns, dass sie trotz ihrer imposanten Grösse einen irgendwie lichten und leichten Eindruck vermittelt – und sogar ohne Sonnenlicht leuchtend farbige Fenster hat.

Oh, ich merke gerade, dass heute ausser Bibliotheks- auch ein wenig Kirchentag ist.

Das Konzert hat eine Stunde gedauert und bei mir meldet sich der Hunger. Fürs Maroosh, das für seine feinen Mezze bekannt ist, sind wir bereits zu spät dran. Also nach Prélude, Fugue, Sarabande, Scherzo und Toccata zum Entrée nochmals ‚Syriously‘ zum Hauptgang? Wieso nicht. Schliesslich wollen wir auch noch ein Fläschchen von der feinen Granaatappelmelasse mit nach Hause nehmen.

Was für ein Genuss!

Und zum Dessert?

Lieber nicht!

Besser ein gemütlicher Verdauungsspaziergang zurück in die Begastraat, auch wenn es mit dem für heute Nacht angekündigten heftigen Regen noch etwas dauern sollte.

So sind wir auch früh genug zurück, dass ich den heuten Tag „verbloggen“ kann.

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