Heinz hat gestern, nach einem prüfenden Panorama-Blick vom Aussichtsturm in Horní Planá mit seinem Planerauge – an dieser Stelle ein herzlicher Dank für deinen grossartigen Planerjob❣️- Anpassungen an unserer heutigen Route vorgenommen. 🤔 Fähre oder nicht Fähre und wenn ja, welche, war eine der Fragen, die es zu beantworten galt. Die Fahrpläne im Internet waren bezüglich erster Fahrt sehr widersprüchlich oder sagen wir mal mindestens interpretationsbedürftig… Weil die Wetterprognosen heiss und auch – am frühen Nachmittag – Regen oder sogar Gewitter gemeldet haben – schien früh eine gute Option.


Dass wir so gepackt haben, dass alle Kleidungsvarianten, ausser für warm, griffbereit sind, erwies sich als nützlich.
Wir nehmen die erste Fähre ab Horní Planá um 06:15 Uhr. Während wir warten beginnt es so zu regnen, dass wir das erste Mal auf dieser Reise auch das Gepäck abdecken. Heinz löst die Überfahrtstickets am Automaten und ich geniesse den ruhigen und sehr wetterwendigen Blick über das Wasser.



Die ersten Autos kommen angefahren; um diese Zeit morgens wohl alles Menschen unterwegs zur Arbeit.



Jetzt, da ich die beiden sehe, erinnere ich mich an unseren Fauxpas vom letzten Jahr. Wir waren, ebenfalls für die erste Fähre, bereits sehr zeitig da, weil wir keine Vorstellung über das WIE hatten. Auf der Suche nach einem Kaffee bin ich – buchstäblich der Nase nach – in ihrem Aufenthaltsraum gelandet, woher es verführerisch geduftet hat. Nix da!


Schaut am besten gleich selbst.
Die Überfahrt war nur kurz – und ist für mich trotzdem immer etwas besonderes. Deshalb noch mehr Fotos.






Hui, das ist routiniert flott gegangen. Wir kommen nicht gleich los, weil ich zuerst etwas für euch dokumentieren „muss“. Es ist halb 7 Uhr morgens; mir wäre ein Kaffeeautomat definitiv willkommener…



Bis auf den Lieferwagen, der uns bald mal überholt, haben wir die Strasse für uns.
Wir fahren am Lipno-Stausee, auch Moldau-Stausee genannt, entlang. Oft ist er nur durch die Bäume zu sehen. Eine Umrundung wäre auch mal eine Idee; als Tagestour wären die vorgeschlagenen verkehrsoptimierten 106 Kilometer gut machbar. Abkürzungen mit einer Velofähre wären ebenfalls im Angebot. Auch hier eine Gegend, die viele interessante Möglichkeiten bietet.



Von den Belägen her ist es heute noch abwechslungsreicher als das Wetter, was etwas heissen will.





Wie seit Tourenbeginn sind wir im Grenzgebiet unterwegs, was ich oft vergesse – bis ich durch ein Strassenschild daran erinnert werde.


Wir folgen heute – ausser wenn Heinz eine „Optimierung“ eingeplant hat… – der Route 7, die einmal mehr durch landschaftlich sehr reizvolle Gebiete führt. Der Stausee beispielsweise bietet herrliche Blicke in die Weite.





Ah ja, die Auflösung des Rätsel des gestrigen Tages schulde ich euch ja auch noch. Die Frage war: Findet ihr die Bade“nixe“?



„Flosse der Nixe“, die auch eine Flaschenpost sein könnte
Im Originalton: „…sehe eher eine Hai 🦈 Flosse … oder dann mit BADE (ist) NIX 🤪 … doch: es ist nur die Flosse der Badenixe 💪“
Die, jetzt durch die Brille dieses Vorschlags betrachtet, auch eine Flaschenpost sein könnte.
Was ich durch mein Rätsel oder vielmehr durch meine kreative Raterin auch gelernt habe:
Ein Bummel durch die Altstadt von Český Krumlov ist wie ein Spaziergang durch ein lebendiges Märchenbuch – jeder Gasse, jedem Pflasterstein und jedem Blick auf die Moldau entfaltet sich Geschichte und Charme.
„…wusstest Du, dass es auch einen NIX gibt? das ist ein männlicher Wassergeist 🤩“ samt Bild

das beweist, dass „mein“ Badender nicht attraktiv genug ist, um als Nix durchzugehen…
Ich liebe eure Reaktionen auf meine Stati und die Blogs: HERZLICHEN DANK
Doch jetzt geht‘s weiter dem Stausee entlang, in den angenehm schattigen Wälder.



Bevor wir das Ende des Sees erreichen, geniessen wir nochmals eine ausgiebige Pause am und im Wasser.



Mit geschlossenen Augen, die sanften Wellen im Ohr und die wärmende Sonne und das angenehme Lüftchen im Gesicht spürend, ist es wie am Meer.
Heinz hat als nächstes einen Single Trail angekündigt. Mal sehen was da auf uns zukommt.
Zuerst einmal Strassen, die so gut sind, dass uns sogar Menschen auf Inlinern begegnen.


Alles gemütlich und mit guten Strassen.

Ebenfalls Fehlanzeige; es handelt sich um einen – nicht gesicherten – Bahnübergang, der nicht sehr vielbefahrene aussieht…

Ah, jetzt wird‘s langsam spannend! 2.5 Kilometer das Tandem stossen werden wir wohl eher nicht… Für unser Auge sieht das locker machbar aus.



Ist es auch, bis ein kleines Stück von vielleicht 10 Metern, wo wir tatsächlich abgestiegen sind, weil es dort über den Bahnübergang steil und steinig gewesen ist.



Uns hat die Strecke entlang der Bahnlinie und der Moldau, die manchmal zwar in Hördistanz, aber weit unter uns eingegraben geflossen ist, sehr gut gefallen. Und dass wir keinen Gegenverkehr hatten, was bei uns auf solchen Strecken normal wäre, fanden wir ebenfalls sehr angenehm. Zum kreuzen war es tatsächlich eng, wie wir gemerkt haben als uns eine Frau mit Kinderwagen (!) und später noch ein Spaziergänger mit Hund begegnet sind.
Sehr abenteuerlich war das nicht… wobei frau den Tag nicht vor dem Abend loben soll. Heinz hat sich – ohne es zu wollen oder vielmehr in bester Absicht um ein paar Höhenmeter zu sparen – etwas einiges anspruchsvolleres einfallen lassen. Doch zuerst geht’s weiter der Moldau entlang. Auf dem Stück nach dem Single Trail begegnen uns mehr und mehr Schlauchboote und Kanus, vorerst nur auf Anhängern. Für Kanu- und Schlauchbootfahrten ist dieser Abschnitt der Moldau bekannt und beliebt, wobei es – wie ich nachlese – sehr unterschiedlich anspruchsvolle Strecken gibt.


Hier kommt offenbar ein beliebter Ausgangspunkt für Touren, schon fast ein Hotspot, was praktisch ist für eine Bio-Pause.

Hier gibt es mehrere Bootsverleihe, Döner- und andere Buden, auf beiden Seiten der Donau Zeltplätze oder auch Hütten zu mieten. Ein buntes Treiben. Der direkte Übergang ist eine Furt, über welche die Boote drüberfahren können. Zu Fuss ist es schon deutlich anspruchsvoller, wie ich vom Ufer aus gemütlich beobachten kann. So, langsam könnten wir weiter fahren.
Stopp! DAS kann nicht die Richtung sein… Nochmals ein Blick auf die gezeichnete Route. Doch, doch, das scheint der Plan. Ob wir da besser nach einer Alternative via die Strasse schauen? Den Mutigen gehört die Welt. Also zuerst testen, ob es machbar sein könnte…


Okay, als erstes tragen wir das Gepäck rüber. Und dann…
Das Tandem ist – ohne Regen und Waschanlage – wieder sauber…

Also kann es weiter gehen. Wie ich nach einem Blick auf die Wegweiser vermute und was sich abends dann nach einer Recherche von Heinz bestätigt, hätten wir einfach auf der 7 bleiben und auf der anderen Seite fahren können – womit wir definitiv ein Abenteuer verpasst hätten!
Heiss geworden ist es inzwischen. Zum Glück ohne die Mücken, die es hier zu geben scheint…

Weit ist es auch nicht mehr, den zweiten Übergang haben wir aber noch vor uns. Auch wenn es heute netto deutlich mehr abwärts gegangen ist und wir sehr flott unterwegs gewesen sind, merken wir das letzte Stück und die zahlreichen Gegensteigungen in den Beinen.

Die fast verkehrsfreie Route und der erste Blick von oben auf unser Ziel, Český Krumlov, entschädigen uns reichlich.






Was diese Reise für mich zusätzlich spannend macht, ist, dass ich mich kaum vorbereitet habe. Mehrere Tage in Český Krumlov zu verbringen und allenfalls auch von hier aus Ausflüge zu machen, ist eine Idee von Heinz.
Weil wir das Zimmer erst um 14 Uhr beziehen können, trinken wir noch etwas in der Altstadt, wo Velofahren, erlaubt, aber vor lauter Touristenströmen kaum möglich ist.

Eine zwar nicht offizielle, aber mangels Verbotschild hoffentlich zulässige Abstellmöglichkeit gefunden. Wir haben auf der Terrasse des zugehörigen Restaurants einen noch besseren Blick, um das sich das Tandem vermutlich foutiert. Dass es am Geländer gesichert nicht davon rollt, ist mir zumindest wichtiger.

Zeit, unsere Unterkunft zu suchen. Ich muss mal googeln, wie viele Gäste-, Pensions-, Hotel- und andere Zimmer und Übernachtungsmöglichkeiten es in dieser Stadt gibt. Bei Anna, unserer freundlichen Gastgeberin, sind wir auf alle Fälle komfortabel und mit grosszügig Platz untergebracht. Beste Voraussetzungen, um auch mal zuhause zu bleiben, falls der angekündigte Regen kommt.
Frisch geduscht und mit einer Kanne Tee ausgestattet mache ich es mir mit meinen Fotos und dem Tagesrückblick gemütlich, während Heinz eine Stunde schläft – ein Rhythmus, der sich einzuspielen scheint.
Inzwischen regnet es tatsächlich, wenn auch nicht so stark wie angekündigt.icht so stark ausfällt, wie angekündigt. Dafür meldet mir meine WetterApp eine Gewitterwarnung für Basel 😂. Auch die LeNa-Chats halten mich auf dem Laufenden, wenn auch nur von Zeit zu Zeit alle paar Tage, wenn ich gerade Lust zum Reinschneuggen habe. Gefühlt haben die Dimensionen Zeit und Raum durch die modernen Kommunikationsmittel schon eine grosse Veränderung erfahren. Menschen in meinem Alter, die als Jugendliche gereist sind, erzählen von R-Gesprächen alle paar Wochen oder Telegrammen im Notfall und von Postkarten, die oft abtenteuerliche Wege durch die Geografie genommen haben, um irgendwann, wenn überhaupt anzukommen.
Heute ist das ziemlich anders. Letzthin hat mir eine junge Frau von einer Auseinandersetzung mit ihrer Mutter erzählt, die quasi einen Live-Ticker erwartet.Na ja, Abgrenzung muss heute andere Formen berücksichtigen… Von implantierten Chips bei Kindern ganz zu schweigen. Wobei, über die Möglichkeit zur iPhone-Ortung war ich auch schon froh.
Letzthin hatte ich geschäftlich, zu Bürozeiten via die Geschäftshandynummer einen Gesprächspartner am Draht, der mich bei glasklarer Verbindung gebeten hat, kurz zu warten. Er sei in Buenos Aires auf dem Flughafen und gerade beim Check-in… Ob ich bei ihm als VIP registriert bin, er das – wofür auch immer – „braucht“ oder was sonst auch immer die Geschichte dahinter ist… Wie gesagt, neue (Kommunikations-)Mittel bringen neue Herausforderungen – oder vielleicht auch nur die Alten, in neuem Outfit.
So, nach diesem Ausflug in die grosse, weite Welt zurück nach Český Krumlov, diesem UNESCO-Welterbe mit entsprechendem Zulauf. Ich weiss noch nicht, was ich davon halten soll.
Vielleicht kann ich nach einem ersten Stadtbummel mehr dazu sagen.
Oh, bevor ich‘s vergesse, hier noch die GPS-Daten von heute. Heute sind sich die beiden Geräte ausser beim Anstieg, der – gemäss Komoot – sogar fast 680 m sein müsste, erstaunlich einig.


Zu erkennen sind unter anderem die vielen ausgiebigen Pausen unterwegs (z.B. am See, beim Boots-Hotspot und vor dem Zimmerbezug) und der perfekt getimte Abstieg 😉.
Starten wir mit einem Blick auf die Altstadt von oben.

Ein Bummel durch die Altstadt von Český Krumlov ist wie ein Spaziergang durch ein lebendiges Märchenbuch – jede Gasse, jeder Pflasterstein und jeder Blick auf die alten Gebäude und die Moldau birgt Geschichten und Charme in sich.
Weil ich hangry aber ganz und gar nicht offen dafür bin, starten wir mit einer Fütterung der ansonsten unleidlichen Dame… Beschrieben wird das Krčma U dwau Maryí als rustikales Lokal mit böhmischer Küche und vegetarischen Gerichten, die – wie ein Blick auf die Karte zeigt – nicht nur den obligaten gebackenen Käse umfasst, sondern interessant klingende Angebote.

Und einen gemischten Salat können wir auch dazu bestellen. Ein Glücksfall? Leider nicht. Tatsächlich hätte alles sehr fein sein können, wenn es nicht völlig verkocht – tagelang warmgehalten? – und der Salat von gestern gewesen wäre – was ich bei den „Brot von gestern“-Initiativen in Bäckereien sympathisch finde. Alles zu seiner Zeit an seinem Ort. Was es zur Ehrenrettung des urchigen und rappelvollen Lokals zu sagen gibt. Top-sympathische und bestens organisierte Bedienung. Alles geht trotz zweistöckiger Aufteilung mit verwinkelten Terrassen und Räumen blitzschnell. Auch wenn mir frisch zubereitet deutlich lieber wären. Urchig, charmant-historisch und brocki-würdig eingerichtetes Lokal, tolle Terrasse direkt auf die Moldau. Wer will kann die vorbei fahrenden Boote füttern; Schwäne und Enten habe ich keine gesehen. Also, einmal mehr, alles eine Frage der Perspektive.


Und gleich daneben gibt es das Laibon, ein hochgelobtes und ebenso gut gelegenes vegetarisches Lokal. Das werden wir auch noch testen.
Gefüttert bin ich inzwischen, wenn auch nicht viel besser gelaunt… Ob ein Spaziergang durch die historischen Gassen, vorbei an Gelaterias und fein duftenden Wafel-Lokalen mit der lokalen und natürlich traditionellen Variante das ändern wird?

Gut getan hat die Bewegung, dem Süssen habe ich widerstanden – laut Heinz habe ich zumindest in Sachen Gelati nichts verpasst – und ein paar Schnappschüsse von schrägen und anderen Details gemacht. Einen ausgiebigeren Bummel ist die Stadt ganz sicher wert.





Und sonst gibt es ausserhalb des Zentrums auch noch Dinge zu entdecken.

Vielleicht ganz gut, dass wir keinen Platz mehr im Gepäck haben.
So, jetzt freue ich mich auf einen Gutenachttee und das Bett.
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