26.-31. Juli 2025 – Slavonice

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In Slavonice machen wir den ersten längeren Aufenthalt; die Entwicklung dazu war spannend – wie Vieles andere im Vorfeld dieser Reise auch. Im Innen und im Aussen unterwegs sein sozusagen. Doch das mehr als persönliche Erinnerung, quasi eine ehrfachen Sinne des Wortes.

Doch zuerst sind wir ja noch in Třeboň (deutsch: Wittingau oder auch anders – die wechselnden und wechselhaften Bezeichnungen sind überall sichtbare Zeichen der schwierigen Geschichte dieser Grenzregion).

Heute starten wir – eher als Ausnahme – mit einem ausgiebigem Frühstück, was in einem auf Radsportler:innen ausgerichteten Hotel auch für mich ein Genuss ist.

Einmal mehr wechselhaft ist heute auch das Wetter. Deshalb brauchen wir fürs Anziehen, das optimal in Griffweite verstauen der vermutlich nützlichen Kleidungsstücke und das Packen des Tandems ebenfalls mehr Zeit als gewöhnlich.

Bevor‘s los geht noch ein letzter prüfender Blick zurück, ob alles dabei ist. Für bereits zwei Wochen unterwegs ist unsere Bilanz ganz ok. Seit gestern haben wir neue Spanner für die zusätzliche Stabilisierung des Gepäck; der altbewährte – mit der zu meinem Brompton und zum Tandem passenden Farbe… – ist an einer Garderobe hängen geblieben… Ansonsten alles noch mit an Bord.

Wir begegnen trotz fortgeschrittener Tageszeit und sehr beliebter Tourengegend wenig anderen Radfahrer:innen. Warum wohl 🤔? Und was fast noch erstaunlicher ist: diejenigen, die wir sehen, sind mehrheitlich ohne Regensachen unterwegs… Ein wetterfestes Volk.

Wir sind vergnügt und schwungvoll unterwegs. Bei Regen sind kühlere Temperaturen angenehm und die Landschaft hat ihren ganz eigenen Reiz.

Nationale, regionale und lokale Radrouten kreuzen sich quer durch die Landschaft und sind streckenweise auch deckungsgleich. Wir lernen heute auch besser zu verstehen und zu interpretieren, was mit der jeweiligen Belagsbezeichnung im Komoot gemeint ist. Definitiv nicht alles gleich komfortabel…

Für das Co-Motion alles kein Problem; der gute alte Burleigh hätte da schon lange gestreikt…

Wir kommen flott voran. Wenn‘s regnet und kühl ist, halten wir auch weniger an. Fotografieren kann ich ja auch vom Sattel aus, wobei das mit klammen Fingern und nassem Display nicht besonders gut geht. Und mit Handschuhen, die wir heute tatsächlich tragen, schon gar nicht.

Insgesamt geht es heute abwärts, allerdings wie oft nur netto betrachtet. Die hügelige Landschaft geht zeitweise ziemlich in die Beine, weshalb ich für eine Pause plädiere. Und was für eine!

Zuerst denken wir an eine Baustelle oder einen Wasserleitungsbruch, wegen der Abschrankungen und der Feuerwehr. Dann an ein Feuerwehr-Fest, was sich zumindest für diesen Moment, ebenfalls als Trugschluss erweist. Tatsächlich geraten wir mitten in die 850-Jahr-Feierlichkeiten von Nová Bystřice mit gekonnten und temporeichen Musikeinlagen und weniger versierten Ansprachen, die wir euch ersparen 😉.

Das Tüpfchen auf dem i und die ursprüngliche Absicht, die Kaffee-Pause plus, geniessen wir unter einem Dach – unterhalten von der Musik und den nicht nur akustisch unverständlichen Reden.

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Weil ich wegen technischer Schwierigkeiten seit Sonntag nichts mehr schreiben konnte und wir seither einiges erlebt haben, weiss ich nicht, ob ich alles nachliefern kann. Auch nicht, weil das Internet hier im Hotel in Znojmo eindeutig zur Gattung der 🐌 gehört und am Sonntagabend noch Videos dazu gehören. Kann also gut sein, dass der Slavonice-Eintrag erst zu einem späteren Zeitpunkt finalisiert wird.

Stichworte:

  • Neumühl
  • Klaster
  • Landstejn
  • Karpfenteiche

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Wie oft dieser Tage fahren wir durch viele Alleen.

Es gäbe viele historische Gebäude zu besichtigen – was ohnehin nicht so mein Ding ist. Bei diesem Wetter schon gar nicht. Bei schönem Wetter mache ich es mir oft draussen gemütlich, wenn Heinz sich beispielsweise Kirchen anschaut.

28. Juli 2025 – Slavonice erbummeln

Der Wind hält inzwischen den Regen in Schach und wir nähern uns Slavonice.

Was für ein erlebnisreicher Tag, der mit einem gemütlichen Morgenessen in Trebon gestartet ist, trotz kurzer Strecke unterwegs vielen Trouvaillen unterwegs

Hier bleiben wir fünf Nächte und freuen uns sehr darauf. Unsere Gastgeberin verspätet sich fast eine Stunde. Genug Zeit für ein spätes Mittagessen; sehr feine Palatschinken.

Das sehr spezielle, orientalisch anmutende Interieur der Pension überrascht und gefällt uns sehr. Alles ist mit hochwertigem Material ausgestaltet und wird sehr sorgfältig und aufmerksam betrieben. Die Besitzerin macht offenbar alles selber und achtet auf kleinste Detail, ohne deshalb in irgendeiner Form aufdringlich oder kompliziert zu sein. Wir haben uns sehr wohl gefühlt, auch wenn wir – Temperatur- und Witterungs-bedingt den hübschen Garten leider nicht nutzen konnten.

Nach dem Einrichten und einer ausgiebigen heissen Dusche zum Aufwärmen sind wir – ohne uns etwas darunter vorstellen zu können – nochmals auf den Platz zum Feuerwehr-Wettbewerb. Der Beginn war auf 21 Uhr angesagt. Na ja, so in etwa. Später war die Zeit dann sehr wichtig; jede Sekunde zählte und einige Durchgänge sind zwei Mal gestartet worden, weil sie jemand zu früh bewegt hat. Während des Wartens haben wir gerätselt, was da wohl für ein Parcours zu absolvieren ist und was das für Höllenmaschinen sind, die einen ziemlichen Krach machen. Und wieviele Feuerwehren da mitmachen. SEHR viele und erst noch in jeweils unterschiedlichen Formationen. Als wir um Mitternacht im Bett lagen, hörten wir noch mehrmals die Motoren röhren.

Die Videos des Spektakels kann ich euch leider noch nicht bieten. Hier schon mal Bilder von diesem interessanten, trotz Wettbewerbs sehr kollegialen und entspannten Anlasses, bei dem so viele mitgewirkt haben, dass es kaum „nur“ Zuschauer:innen gegeben hat – auswärtige wie wir schon gar nicht. Dafür wohnen in dieser Gegend zu wenig Menschen und der Tourismus ist meist Tages-Tourismus.

Was für ein erlebnisreicher Tag. Gemütlich bei einem ausgiebigen Frühstück im Hotel gewartet, ob das Wetter nicht doch noch besser wird. Nö… Bunt eingepackt – wir und das Gepäck – losgeradelt. Auf einer an sich kurzen Etappe viel gesehen und gehört. Von Slavonice sind wir freundlich empfangen worden – das Städtchen hat mir schon letztes Jahr sehr gefallen – und mit einem Feuerwehr-Wettbewerb als fulminanten Abschluss verwöhnt worden. Wie das wohl weiter geht? Zuerst einmal mit einem Tag Pause für das Tandem.

27. Juli 2025 – Slavonice erbummeln

Sonntagmorgen – die Sonne weckt uns. Der Blick nach draussen zeigt, dass es in der Nacht geregnet hat. Wir lassen es gemütlich angehen – mit Kaffee im Bett und Informationen zu Slavonice. Ein kleines Städtchen zwar, aber mit einigem, das zu erkunden lohnenswert klingt.

Wir starten mit dem amächelig beschriebenen Spaziergang durchs Dorf.

Weil wir sozusagen durch die Hintertüre herein kommen, sieht nicht alles gleich präsentabel aus.

Die einzelnen Häuser sind in sehr unterschiedlichem Zustand, wobei wir vielerorts sehen, dass etwas gemacht wird. Zuerst kümmern sie sich jeweils um Dach und Fenster, was sinnvoll ist, um den Verfall zu stoppen und die Häuser bewohnbar zu machen oder halten.

Manchmal scheinen auch in Tschechien Kosten- über Sicherheitskriterien zu triumphieren; SUVA-konform sieht das in meinen Augen nicht gerade aus.

Die alten Bauernhäuser am Rande des Städtchen sind ebenfalls in sehr unterschiedlichem Zustand. Die alte St. Jana Kirche ist – wie fast alle Kirchen, die wir bisher gesehen haben – nicht frei zugänglich. Mehr als ein Blick durchs Gitter geht nicht.

Die Fresken an der Aussenmauer sind noch gut sichtbar.

Text auf Deutsch

An ein Neubau-Quartier schliesst sich ein schön gestalteter Stadtpark und ein kleines Naturschutzgebiet an, wo offenbar sehr seltene Edelkrebse unter Schutz stehen. Gesehen haben wir keine, dafür viele andere Insekten und Wassertiere.

Wenn wir zu Fuss unterwegs sind, verändern sich meine Sujets und meine Art zu fotografieren, weil ich mehr Zeit habe. An diesem Tag war ich sowieso in Bummellaune und habe mich – nach dem Regen – über die vielen frisch gewaschenen Farben gefreut. Die Sonne hat sich zwar nur sporadisch gezeigt, von Regen sind wir aber verschont geblieben.

Die Wege sind sehr gut angelegt und der Park ist mit guten Materialien möbliert.

Weil mich interessiert, was in Sachen Umwelt so geht, fallen mir auch solche Sachen ins Auge.

Inzwischen haben wir Durst und weil eine der beschriebenen Stationen – ein umgebautes altes Vereinshaus, das einen Architekturpreis gewonnen hat – auch ein Café hat, fällt die Wahl nicht schwer. Das Gebäude ist sehr angenehm, bietet feine Sachen und hat auch ein gutes Internet, weshalb wir noch mehrfach dort gelandet sind.

Nächster Rundgang-Punkt: Turmbesteigung – mit mehreren Überraschungen oben.

Doch zuerst gilt es einige Stufen zu überwinden. Da sind einige Menschen, die uns obsi oder nidsi begegnet sind, ins Schwitzen und Schnaufen gekommen.

Der Blick rundum hat bei uns Lust auf Touren in die weitere Umgebung geweckt. Schön, dass wir solche einbauen konnten. Mit Fernblick war zwar auch heute nichts, aber wer weiss. Wie sind ja noch ein paar Wochen unterwegs.

Überraschend war nicht nur, dass wir erst oben bezahlen mussten, sondern auch, dass dort eine Verkaufsaustellung mit Uhren aus alten Schallplatten untergebracht ist. Eine coole Art von Vinyl-Upcycling. Die Sujets deckten nicht nur Musikstile, Bands und Idole aller Genres ab, sondern auch Sujets aus Geografie, Tierwelt, Berufen und und und. Ich könnte euch ein paar Seiten vollpflastern…

Doch nicht genug; draussen, auf dem Turmbalkon konnte eine Sammlung der anderen Türme und Sehenswürdigkeiten aus der Region in Holz bestaunt werden und selbstverständlich gab‘s im Inneren den obligaten Stempel. Das scheint eine weit verbreitete Sammel-Leidenschaft zu sein, nicht nur bei Kindern. Es gibt fast in jeder Stadt Extra-Heftli mit allen Sehenswürdigkeiten, die quasi erstempelt werden können und unterwegs finden sich solche Stempel an den unterschiedlichsten Orten (Aussichtspunkte, Fährstationen, Naturdenkmäler, Tierparks, markante Punkte und und und).

Auf dem Stadt-Rundweg-Plan hat‘s 16 Stationen. Alle werden wir wohl weder heute, noch in der Zeit in der wir da sind abklappern. Mal schauen, was davon uns beim Schlendern durchs Zentrum noch anlacht. Als nächstes die im Original erhaltenen Fresken der Apokalypse. Zu verdanken ist dies dem Glücksfall, dass der Speicher als Heuboden genutzt worden ist und so alle Fresken, in der Zeit als diese bei der Säkularisierung übermalt wurden, unentdeckt geblieben sind.

Das ganze Haus ist eine Art „Heimatmuseum“, in der die Führerin auch wohnt, Alltagsszenen ausstellt und gleichzeitig in einzelnen Kammern geschlafen werden kann. Eine faszinierende Mischung.

Weil wir gerade so eingestimmt sind, schauen wir noch in ein Antiquariat rein, das mehr eine Mischung aus Kuriositäten- und Gruselkabinett ist.

Inzwischen ist Zeit für einen Apéro. Dann kann ich auch eine Auswahl der Türen, die ich heute unterwegs in Slavonice fotografiert habe, zu Collagen verarbeiten. Voilà.

Oh, à propos Türen: hier noch ein Blick in unsere Pension.

28. Juli 2025 – Bunte Rundtour von Slavonice aus

Weil es ziemlich frisch ist und Heinz mit IT-Rettungs-Arbeiten beschäftigt, hat das Tandem erst am Nachmittag wieder Dienst. Zuvor geniessen wir noch einen ausgiebigen Brunch.

Die Temperaturen sind inzwischen angenehm und trocken ist es auch. Verkehr scheint es in dieser Gegend sowieso kaum je zu haben, so dass wir sogar auf Hauptstrassen fast alleine unterwegs sind. Wir fahren heute in eine andere Richtung, für einmal nicht über den Hauptplatz, was komfortabler ist, weil es Kopfsteinpflaster vermeidet.

Der erste Stopp ist ein alter jüdischer Friedhof. Erstaunlich, dass er noch so intakt ist. Hat vielleicht mit seiner versteckten Lage im Wald zu tun.

Heute ist eine gemütliche Runde angesagt, weshalb ich viel Zeit habe, Pilze und anderes zu „sammeln“. Besonders Farben ziehen mich an. Auch monochrome.

Einige der Routen, die wir befahren, kennen wir bereits, andere, wie beispielsweise die Kräuterrunde, sind neu. Die wollen wir in den nächsten Tagen noch besser erkunden. Auch die Beläge wechseln, wobei es keine dabei hat, die eine besondere Federung benötigen.

Auf der Rückfahrt schauen wir in Maritz vorbei. Blumenparadies beim Dorfeingang.

Die Keramik, die zu Maritz gehört und die besondere Stimmung dort gehören zu den Gründen, weshalb wir nochmals in diese Gegend kommen wollten. Seht selber.

Weil sowohl der Kuchen als auch die hausgemachte Limonade ausgegangen sind fahren wir retour nach Slavonice. So wie der Himmel inzwischen aussieht, scheint uns das eine gute Idee zu sein.

Hat sich angenehmerweise wieder verzogen. Wir sind in Slavonice noch in das feine Café, das ebenfalls zum Maritz-Universum gehört. Mmmmh.

Heute braucht‘s wohl nicht mehr viel zum Abendessen.

29. Juli 2025 – Thaya-Runde

Nach zwei sportlich sehr gemütlichen Tagen ist uns wieder nach mehr Bewegung. Die Thayarunde bietet sich dafür an, auch wenn einige unbefestigte Strecken ausgewiesen werden, was sich allerdings als Ente erweist und zu einem Art Running Gag wird, weil der GPS, gefüttert vom Komoot, immer wieder unbefestigte Etappen anzeigt, die dann alles andere sind.

Im Gegensatz dazu werden wir in Znojmo dann den anderen Weg rum in die Irre geführt. Doch das ist erst in ein paar Tagen… Jetzt bin ich noch am Lücken schliessen.

Nehmen wir für heute Mal die Tourendaten an den Anfang, wobei sie – aktuell sind wir etwas vom technischen Pech verfolgt – nicht vollständig sind.

so in etwa passt das

Hinzu kommen noch ein paar Kilometer zum Abendessen und retour; die Hundertergrenze haben wir sicher geknackt. Ohne Gepäck fährt es sich schon lockerer, zumindest bergauf. Und natürlich merken wir auch, dass wir bereits gut zwei Wochen unterwegs sind. Das hat auch seinen Trainingseffekt. Dass die Tour abwechslungsreich, landschaftlich schön und weitgehend verkehrsfrei gewesen ist, hilft ebenfalls. Da kann nicht einmal zeitweiliger Gegenwind auf die Moral schlagen.

Wie wir am anderen Tag sehen werden, haben wir einerseits die Tourenbeschreibung falsch interpretiert und ist andererseits der Prospekt zur Thayarunde, der in Slavonice im Infocenter aufliegt, veraltet. Gegen so nette Überraschungen haben wir nichts 😉

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