31. Juli – 2. August 2025- Znojmo

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Von Slavonice geht es weiter nach Znojmo, wo wir ebenfalls zwei Nächte bleiben werden.

Weil wir inzwischen tatsächlich bereits in Brno und damit viele Fotos, Erlebnisse und Geschichten weiter sind, muss ich mich zuerst wieder zurecht finden. Inzwischen habe ich es auch geschafft, das iPad wieder so einzurichten, dass ich mir dort die Fotos ansehen und einen Überblick verschaffen kann. Notizen habe ich mir unterwegs nur wenige gemacht, aber da schaue ich auch noch rein; vielleicht steht dort ja doch was.

Das erste Foto am Morgen zeigt einen letzten Blick aus unserem Zimmer in der sehr sympathischen Pension im zwar kleinen, aber sehr abwechslungsreichen Slavonice. Wir kommen wieder – vielleicht schon auf der Rückreise… Es ist noch ziemlich frisch, aber weil am Nachmittag Regen möglich ist, wollen wir los.

Die heutige Strecke zeigt mit den hier typischen auf und abs insgesamt abwärts.

Sonnenstandsbedingt ist das Team vollständig und der Blick nach vorne und in die Landschaft zauberhaft.

So früh am Morgen halten wir immer nach Hasen Ausschau. Haben wir keine gesehen; dafür sind zwei Rehe so knapp vor uns über die Strasse gesaust, dass ich ihre Hufe habe klappern hören.

Verkehr hat es kaum und wir kommen flott voran. Wie schon oft säumen Alleen säumen die Strassen.

Die Landschaft ist sehr weitläufig. Dass wir in Grenznähe sind, sehen wir an den Bunkern, wobei es auf der österreichischen Seite keine haben wird.

Wir werden die Seite heute öfters wechseln und immer wieder Unterschiede erkennen und uns vom letzten Jahr daran erinnern. Auch die Routen und die Thaya (Dyje) sowieso fühlen sich inzwischen schon fast wie alte Bekannte an.

Schlösser hat es auf diesem und den kommenden Abschnitten sehr, sehr viele.

Die Strassen und auch die Infrastruktur sind sichtlich in die Jahre gekommen. Offenbar kann auch das Wetter ziemlich heftig sein in dieser Gegend.

Die Strecke ist sehr abwechslungsreich. Nach einem hügeligen und waldigen Stück mit Kurven, werden die Strassen wieder sehr gerade und der Blick offen. Hügelig bleibt es. Wir passieren einige Teiche mit den Karpfenfutterstationen, die auch bei den Wasservögeln sehr beliebt sind.

Wir passieren ein erstes Mal die Grenze nach Österreich, wie noch mehrfach an diesem Tag.

In Felling halten wir bei einem liebevoll gestalteten Garten und ich mache ein paar Fotos. Die Schöpferin, ich nehme an sie heisst Ingrid, verlässt gerade mit dem Auto die Hauseinfahrt und freut sich offensichtlich über unser Interesse und mein Kompliment. Sie strahlt wie ein Honigkuchenpferd und wechselt noch ein paar Worte mit uns.

Das wild wachsende Blumenfeld, das am Dorfrand wächst, gefällt mir persönlich zwar besser, aber mich fasziniert die Vorstellung, wieviel Herzblut und Zeit Ingrid offensichtlich in die Hege und Pflege ihres Garten steckt.

Bereits von weitem ist Burg Hardegg zu sehen, die wir – sozusagen wie das Kirchlein von Wassen auf der alten Gotthardstrecke – von allen Seiten und aus unterschiedlichen Perspektiven sehen werden.

Hardegg, das sich die kleinste Stadt Österreichs nennt, liegt an der Thaya, die hier gleichzeitig Grenzfluss ist. Auf der tschechischen Seite beginnt unmittelbar ein Naturschutzpark. Was wir während unserer Pause sehen und die Informationen im Zollhäuschen überzeugen uns, hier nochmals mit mehr Zeit herzukommen. Zwar hätten wir heute genug Zeit, den Stadtspaziergang zu machen, aber ich möchte mir Zeit dafür nehmen können und auch ein Tag im Naturschutzpark klingt reizvoll. Deshalb vorderhand nur ein paar Bilder.

Unsere Strecke führt ein Stück durch den Naturschutzpark. Wir müssen uns an Waldarbeiten vorbeischlängeln – und staunen. Die Hebebühne mit dem Waldarbeiter wird von einer Frau bedient. Es ist nicht das erste Mal auf dieser Reise, dass wir Frauen Arbeiten machen sehen, die bei uns quasi Männern vorbehalten sind. Hier zeigt sich die sozialistische Vergangenheit.

Wir verlassen den Wald und damit auch das Naturschutzgebiet. Wie angekündigt werden die Wolken dichter. Wir fahren entlang von riesigen Mohnfeldern. Was das wohl für eine Farbenpracht ist, wenn die in voller Blüte stehen.

Wir fahren immer wieder Stücke auf dem Iron Curtain Trail. Regional kommen jeweils neue Signete und Themenwege dazu. In der Gegend von Znojmo, von dem wir inzwischen einen Vorort erreicht haben, sind es oft Weinrouten.

Inzwischen scheint sich der Regen wieder verzogen zu haben. In Znojmo wohnen wir mitten in der Stadt, weshalb wir das Tandem verräumen.

Frisch geduscht ziehen wir wieder los, um uns einen ersten Überblick über Znojmo zu verschaffen, wofür sich auch eine Stippvisite in der TouriInfo bewährt hat. In Znojmo hat es – erstmals wieder nach Cesny Krumlov – sogar ein paar Flyer auf Deutsch. Gleich daneben hat‘s, für die erste Sichtung, ein Café mit feinen Limonaden. Danach gehe ich gässle.

Es gibt ein bunt gemischtes Nebeneinander von renovierten, zumindest von aussen baufällig aussehenden und teilweise auch vom Verfall bedrohten Gebäuden.

Von der Anzahl und der Vielfalt der Läden her scheint es eine touristisch und auch alltags-vitale Stadt zu sein. Mir gefallen so gemischte Angebote, die sowohl auf Tourismus ohne MassenPauschalReisen als auch Einwohnende schliessen lassen, die für den Alltag praktische und preislich breit diversifizierte Dinge brauchen, inklusive Lebensmittel gleich um die Ecke.

An vielen Orten wird renoviert und ich bin immer wieder sehr positiv überrascht, wie viele gut ausgestattete und grosse Spielplätze es gibt, die rege benutzt werden. In Städten hat es oft Gartencafés oder Cafémobile stationiert. Weil die Gelände meist von der Strasse abgetrennt sind und es sowieso insgesamt wenig Verkehr hat, haben die Kinder buchstäblich viel Freilauf.

Ob letzteres ein Gefängnis ist? Dem Stacheldraht und den vergitterten Fenstern nach zu schliessen, könnte das schon sein.

Mit dieser Medizin dürfte das nicht zusammen hängen, zumindest nicht mit derjenigen, die offziell verkauft wird und – wenn nomen tatsächlich auch omen ist – happy macht. Wir sind es „einfach so“…

Oder zumindest fast. Wer mich kennt, weiss, was es so langsam wieder braucht, damit ich nicht hangry und ungemütlich werde.

Wow, diese Öffnungszeiten

1. August 2025- Znojmo

Damit ich etwas essen mag, gibt‘s vor dem Frühstück eine Morgenrunde. Znojmo liegt auf einem Hügel; ohne Höhenunterschiede kommt man da nicht weit. Inzwischen sind wir so trainiert, das uns das nicht schreckt, genau so wenig wie Single Trails, wofür wir heute dankbar sind. Dass die Strecke für Kinder geeignet sein soll – das behauptet zumindest der Flyer mit den rund-um-Znojo-Radtouren-Vorschlägen – erstaunt uns. Ziemlich!

Fortsetzung folgt…)

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