1. Juni 2025 In und um Utrecht, per pedes, mit dem Veloziped und auf dem Wasser

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Heute sind wir sozusagen multimodal unterwegs und Zahlen-getrieben, was für mich eher untypisch ist. In diesem Fall aber äusserst praktisch ist.

Hier das Bild dazu – die Erklärung dann ein anderes Mal. (Weil die Tage nur so verfliegen, kann ich mich sonst nicht mehr daran erinnern, was wir alles erlebt habe bzw. bekomme ein ziemliches Gnuusch mit den Bildern, wenn ich zu viel hüpfe.)

Heute ist Heinz in Signalgelb unterwegs, was ebenfalls praktisch ist, weil ich ihn dann noch lange als kleinen Punkt sehe, wenn ich mal wieder einen Fotohalt einlege und mich dann sputen muss.

Auch heute sind wir begeistert über die vielen separaten Velowege. Meistens sind sogar die Wege für Fussgänger:innen und Velofahrer:innen getrennt geführt.

Hier haben sie ein altes Bahntrassee für den Fussweg genutzt und abgetrennt daneben ist die zweispurige Velostrasse und zwar nur für Velos.

Eigentlich hätte ich Lust auf einen Kaffee. Am Sonntagmorgen früh scheinen geöffnete Kaffees eher rar zu sein, zumal ausserhalb der Stadt. Die schöne Strecke führt über weite Strecken entlang von Kanälen – Kaffee-technisch nicht die beste Wahl. Dafür spannend, was Schiffe, grosszügig angelegte Flussüberquerungen und Schleusen angeht.

Alles keine Orte für eine Beiz. Die haben alles mit an Bord. Oh, wenn mich mein Auge nicht täuscht, kenne ich dieses von weitem gut sichtbare Signet. Nix wie hin, denn in der Not…

lernt frau auch was Neues… Wobei: Serviert war es deutlich schneller als bestellt! Nächstes Mal versuche ich es „gemütlich“ mit dem QR-Code am Tisch. Auf alle Fälle war ich SEHR froh, dass es hinter mir keine Schlange gegeben hat. Sonntagmorgen in der Pampa hat auch seine Vorteile ;-).

Weite Strecken führten entlang von kleinen Kanälen, zeitweise gesäumt von Windschutzhecken. Das Gefühl? Wunderschön auf einer Tafel am Wegrand beschrieben.

Nicht ganz ohne war der Wind, vor allem je nach Richtung aus dem er wehte.

Wir haben uns die Wurfübungen für ein anderes Mal aufgehoben. Vorenthalten möchte ich euch diese praktische Konstruktion aber nicht.

Sie lassen sich hier einiges einfallen, um die Natur zu schützen und die Biodiversität zu erhalten, wie wir mehrfach gesehen haben. Hier ein weiteres Beispiel.

Gehört zu einer neu gestalteten Hafenanlage, wo nicht gespart worden ist, was vermutlich die entsprechende Kaufkraft verlangt, fürs Auge aber sozusagen wohlgefällig und sympathischerweise auch allgemein zugänglich ist.

So langsam schliesst sich unsere Runde und wir kommen wieder auf Utrecht rein und begegnen ein erstes Mal der Utrechter Version von Tiny Houses – schwimmenden.

Da lässt sich‘s leben würde ich meinen.

So langsam meldet sich der Hunger; da kommen diese verführerischen Düfte wie gerufen und führen uns zu einem Markt mit allerlei Köstlichkeiten, von denen wir einige ausprobieren. Wer ein Miss Marpel- oder Sherlock Holmes-Gen hat (oder einfach eine gute Übersetzungs-App), kann auf dem nachstehenden Bild mehr erfahren.

Heute scheint der Tag der Fast-Food-Ketten zu sein. Gleich neben dem Markt ist uns eine Kebap-Factory aufgefallen. Was es nicht alles gibt. Dabei… doch das finden wir erst morgen heraus.

Das Angebot sieht ansprechend aus – durchs Fenster gegüggselt.

Doch jetzt geht‘s weiter, unsere Ideenliste hat noch einige gluschtige Punkte drauf – zum Beispiel eines der Fietsestalling ausprobieren und dann sind da noch die Grachten. Zum Glück lässt sich beides verbinden. Also Fietse, ab in den Stall.

Die Garagen zu benutzen wird wärmstens empfohlen oder wie uns der Zugbegleiter schon bei der Einfahrt in Utrecht quasi als Willkommensgruss empfohlen hat: Seien sie schlauer als die Klauer! Weil offenbar mindestens so viele Velos geklaut werden wie bei uns, sind hier nicht nur alle Velos, selbst die rostigsten Göppel mit dicken Schlössern gesichert, sondern es gibt auch noch die Velos mit den gut erkennbaren hellblauen Pneus. Vielleicht komme ich noch dazu, euch zu erzählen, was es mit denen auf sich hat. So viel sei schon verraten: Die Pneus sind nicht eine asiatische Billigmarke, eine erste Hypothese von uns.

Ok, die Fietse sind gestallt und wir schauen, für welche Grachtenfahrt wir Tickets bekommen. Um 16 Uhr? Ok, dann haben wir noch Zeit zu schauen, woher die Musik kommt

Ah, ein Jazz-Festival

und einen Blick in den einen oder anderen Shop zu werfen.

In Utrecht mögen sie‘s süss – alles Schleckzeug!

Bunt lieben sie hier offenbar auch. Nicht nur, was das Farbenspektrum angeht. Vielerorts sind die Regenbogenfarben sichtbar, unter anderem auf Plakaten, welche die diesjährige Pride im Juni ankündigen.

Sogar Nijntje, die ihr wahrscheinlich eher unter Miffy kennt oder auch wenn ihr seinen Namen nicht kennt, sicher das Design gibt’s nicht nur in weiss, sondern Regenbogen-farbig und in allerlei Schattierungen.

Was Nijntje, alias Miffy mit Utrecht zu tun hat? Dick Bruna, ihr Schöpfer stammt aus Utrecht und die kleine Hasenfigur begegnet uns in Utrecht allenthalben, wobei wir (noch) nicht einmal im Nijntje-Museum oder auf dem Nijntje-Platz gewesen sind und leider auch keine Nijntje-Ampel gesehen haben. Deshalb diese Hinweise sozusagen nur als „Fussnote“ – und ab auf die Ideenliste für nächstes Mal. Wäre mal was für einen Regentag, von denen wir bisher keinen hatten.

So, Boardingtime. Der Kapitän erwartet uns. Seine Instruktionen, zum Beispiel zum Bord-WC, das nur für Geschäfte erster Art und nicht für solche der zweiten Art geeignet ist (was auf seine charmante Art und auf Englisch viel witziger geklungen hat), sind nicht nur unterhaltsam, sondern – wie wir noch erleben werden – durchaus berechtigt. Zum Beispiel macht er uns gleich zu Beginn darauf aufmerksam, dass mindestens die Hälfte von uns – die meisten sind nach hinten raus aufs kleine Freiluft-Deck – auf der zweiten Hälfte der Tour nach drinnen wechseln müssen, weil das Boot sonst nicht tief genug im Wasser liegt, um unter den Brücken durchzukommen.
Ok?! Und auch sonst ist eine ganze Menge los auf diesen stellenweise recht engen Grachten.

Zum Glück liess er sich nicht aus der Ruhe bringen, obwohl er die Menschen auf dem Aussendeck tatsächlich mehrfach auffordern und das Boot drosseln musste, bevor es knapp gereicht hat. Und auch den kleineren Booten musste er teilweise den Weg weisen. Uff! So ein Job wäre nichts für mich.

Der Blick von den Grachten aus ist toll und wir haben einiges gesehen und auf Englisch, Holländisch und Deutsch erklärt erhalten, das wir uns gerne nochmals zu Fuss anschauen möchten. Für heute ist uns die bequeme Fahrt allerdings recht.

A propos. Hier noch zum Abschluss die Tagesbilanz auf den Klappis – zu der noch ein paar Kilomenter zu Fuss und ein paar See- oder präsziser Grachtenmeilen gekommen sind. Und wie wir den Abend kulinarisch abgerundet haben.

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