Dass das Meer nicht weit weg von hier sein kann, ist bereits beim Aufwachen deutlich zu hören. Zu den Singvögeln gehören die Möwen nach meinen Ohren eindeutig nicht 🙉! Und Melodik mit Lautstärke 📢 zu ersetzen, sollte sowie so verboten sein!
Heute ist – wieder einmal – Regen angesagt. Aber weil es draussen sogar etwas sonnig ist, wenn frau genau genug schaut, und die Prognosen für die nächsten Tage eher schlechter: Nix wie los! Wozu gibt‘s Regensachen, gute Laune und ‚Singing in the Rain‘-Vorbilder. Funktioniert mit cycling auch, wie ich aus Erfahrung weiss.
Wie oft gibt es viele Möglichkeiten. Oh, die Sache mit den Knooppunten habe ich auch noch nicht erklärt. Wirklich ein geniales System. Das erste Mal auf dieser Tour nehmen wir ein Stück weit eine Euro-Velo, die 12 alias Kustroute und zwar durch einen Nationalpark.


Die Dünenlandschaft ist schön und erstaunlicherweise auch ziemlich hügelig, was – garniert mit Gegenwind – darauf hoffen lässt, dass der Wind für den Rückweg nicht die Richtung ändert…


Zandvoort heisst unser Etappenziel. Dass wir nicht allzu schnell vorwärts kommen liegt auch an den vielen guten Gründen für Zwischenstopps.
Was wohl daraus schlüpfen wird? Davon hat‘s hier jede Menge.

Sieht faszinierend, wenn auch etwas „gruuselig“ aus – ganz im Gegensatz zur Konzerteinlage, die uns geboten wird.
Nachtigallen mit mehreren Melodien, Dorngrassmücken und andere Vogelstimmen, die wir nicht zuordnen können.
Weiter geht‘s Richtung Küste. Uns überholen und kommen einige E-Fatbikes entgegen, was sehr passend für die Verhältnisse hier ist. Für den Alltag hätte ich hier sicher auch ein E-Bike; der Wind kann schon sehr heftig sein und die Fahrzeiten stark beeinflussen.

Den Wind um die Ohren kann ich euch nicht bieten, aber den Sound von Wellen IN den Ohren schon.
Von Weitem war ich mir nicht sicher… Aber doch… Tatsächlich! Ein Fotoshooting der besonderen Art.

Die Fahrt und die Meerluft haben unseren Appetit angeregt. Wir wollen zwar draussen sitzen, aber vielleicht doch gemütlicher nicht gleich hier.

Noch ein paar Impressionen für die Erinnerung und dann lassen wir uns auf eine ganz besondere Empfehlung ein…


und werden nicht enttäuscht. Das Blue Zone Caffee, sozusagen empfohlen von einem Vogel, der hier Stammgast zu sein scheint, erweist sich als sehr guter Tipp 😂!

Unser Timing heute ist grandios. Wir essen gemütlich, kommen etwas mit der Runde am Nachbartisch ins Gespräch und bummeln anschliessend noch ein wenig durch Zandvoort. Die ersten Tropfen lassen uns die Regenjacken auspacken, was dann kommt…

ruft nach einer weiteren Tasse Tee in einer fein duftenden Bäckerei. Die kurzen heftigen Regenschauer sind eindrücklich.


Der Regenradar wird laufend angepasst, so dass wir uns auf unser Gefühl verlassen – und wie auch im weiteren Laufe des Tages die weitgehend trockenen Zeitfenster erwischen. Ab auf die Klappis!
Retour in Harleem – die Fahrt war mit Rückenwind sehr beschwingt – beschliessen wir noch einen Ausflug nach Amsterdam anzuhängen. Carpe Momentum.
Gut 20 Kilometer auf denen es einiges zu sehen gibt.




Dieses Mal ziehen die dunklen Wolken in unsere Richtung und auch der Wind frischt wieder auf. Auch gut. Schliesslich sind unsere Regensachen nicht nur als Mit-Umefaahri-Gepäck gedacht 😉. Sonst vergessen sie mangels Übung noch wie dicht halten geht…


Wir klappern die Brompton-Läden ab, weil ich einen ganz speziellen (allerdings nicht-original-Brompton) Daypack-Rucksack suche. Was sich bestätigt: Brompton-Spezialisten sind ganz spezielle Freaks, weshalb ich zwar nicht fündig werde, aber interessante Begegnungen in meine bereits gut gefüllte Schatzkiste lege. Zum Beispiele mit einem Mr. Tromm, der bereits in der dritten Generation den Trompton-Laden betreibt. Sie sind in intensiven Verhandlungen mit Brompton, weil sie das Flagschiff in Amsterdam werden sollen, als Familienbetrieb aber unternehmerische Freiheiten behalten wollen und – nicht verhandelbar – den Namen. Wie meinte er so passend: You have to choose your battles. Andere Accessoires als „original Brompton“ verkaufen gehe leider nicht. Im nächsten Brompton-Junction-Laden war das zwar auch so, aber der der sympathische Verkäufer hat mir mit leuchtenden Augen den Weg zum „warmly recommended“ Property-of-Store beschrieben und gemeint: you can just brompton there, was nach einer Fortbewegungsart für Insider geklungen hat.


Property of ist eine coole Marke mit lebenslänglicher Garantie auf ihre Taschen und Rucksäcke aus Petflaschen und – daher der Name Property of – einer individualisierten ID unter dem Markenzeichen. Wenn sich da Warten bis Oktober nicht lohnt…
Inzwischen meldet sich der Hunger und Heinz lässt sich die Wegbeschreibung – hoch lebe die moderne Technik! – direkt auf seine Hörgeräte spielen, was das Navigieren sehr einfach macht. Ich suche dafür die Restaurants aus – eine Arbeitsteilung, die sich sehr bewährt. Findet er ☺️.

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Bevor wir uns auf den Heimweg machen – aus gegebenem Anlass – noch ein Einschub.
Die letzte Frage des Tages an meine virtuellen Reisebegleiter:innen lautete.


welche ich noch erläutert habe mit: Überall Warnungen. Zum Glück. Ich mag verkochtes Essen gar nicht!
Nachdem ich mehr und weniger dezent auf meine mangelnden Holländisch-Kenntnisse aufmerksam gemacht worden bin 🤭, habe ich dann noch einen Post nachgeschoben:

Der Vollständigkeit halber zur Doku hier auch noch die erste Frage des Tages, samt der treffend mit-einem-Bild-auf-den-Punkt-gebrachten-Antwort einer lieben Freundin und virtuellen Reisebegleiterin:


Die Kategorien waren – in etwa – Ü70, Touris, Menschen mit dem Pozor-Gen und Sportskanonen.
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So, jetzt fehlt noch der Rückweg vom Amsterdam, der sich zu einem ziemlichen Abenteuer hätte entwickeln können, wenn nicht der Zufall Hand geboten hätte.

Richtungen sind Interpretationssache, weshalb Heinz und ich verschiedene Abzweigungen genommen habe. Die Aufteilung der Ausrüstung? Ich beide Handies im Gepäck hatte und Heinz den GPS mit der Route. Die Adresse unseres Zimmers in Harleem hatte ich mir dummerweise nicht notiert. Tja, was tun? Ich stand nach einer vergnügten Fahrt durch das schöne Naturschutzgebiet Spaarnwoude Park mit ein paar Zusatzschlenkern vor dem Bahnhof in Harleem, den ich per Wegweiser leicht gefunden hatte. Nach einigem Werweissen und keiner wirklich brauchbaren Idee, wie ich zurückfinden könnte, war ich gerade dabei in meiner BankApp nachzuschauen, ob dort die Adresse des Bioladens in der Nähe unseres Zimmers herauszufinden war, wo ich am frühen Nachmittag eingekauft und mit der Kreditkarte bezahlt hatte. Ich war noch am Suchen als ich Heinz meinen Namen rufen hörte. Erstaunlich. Obwohl er eine ziemlich andere Strecke als ich gefahren war und wir einander auch gesucht bzw. – offenbar unterschiedlich lange 😉 – aufeinander gewartet haben, waren wir doch tatsächlich innert einem Zeitraum von wenigen Minuten gleichzeitig am Bahnhof. Glück happens! würde ich da leicht abwandeln 🍀💫.
Wenn das kein abwechslungsreicher und insgesamt auch Kilometer-reicher Tag gewesen ist.

Unser etwas gestückelten Streckenaufzeichnungen:
1. An die Küste und zurück – mit hügeligen Dünen und Gegenwind
2. Haarlem – Amsterdam und ein Stück des Rückweges
3. Die diretissima-Strecke mit Stalldrang, die Heinz gewählt hat
Wir haben gut geschlafen!
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