Autor: Daniela Kohler

  • 8. Juni 2025 – Wetterfest hilft heute

    Die Umgebung von Haarlem ist auch bei deftigerem Wetter schön.

    Weil Heinz das schöne Naherholungsgebiet Spaarnwoude oder genauer Zuid Spaarndammerpolder verpasst hat, zeige ich es ihm heute. Dem Wetterradar nach sollte es noch ein, zwei Stunden trocken bleiben, also los. Das Gebiet ist durch eine grossflächige Trockenlegung gewonnen worden und beherbergt auch einen weitläufigen Golfplatz.

    Zu unserem Glück hat dieser auch ein Restaurant – auch wenn wir schon besseren und günstigeren Kuchen gegessen und deutlich kunstvoller zubereiteten Cappuccino getrunken haben.

    Was allerdings nebensächlich gewesen ist, denn wir konnten uns wirklich in letzter Sekunde vor einem richtig heftigen Regenschauer nach drinnen retten.

    Zwar konnten wir später unsere Regensachen noch gut brauchen, aber diesem ersten Guss hätten sie kaum standhalten können.

    Der Regen hat sich dann wieder verzogen, so dass wir wieder mehr Musse zum Anhalten hatten.

    Diesen Steg wollte ich wiederfinden, um ihn Heinz zu zeigen.

    So ein Naherholungsgebiet gleich neben der Stadt und als Radverbindung zwischen Haarlem und Amsterdam ist sehr attraktiv.

    Geregnet hat es später nicht mehr, worüber wir bei diesem Wind dankbar gewesen sind.

    Dann doch lieber ein Apéro drinnen mit Blick nach draussen und später ein ganz besonderes Znacht – ein vegetarisches Steak aus dem 3-D-Drucker, das vom Geschmack und der Konsistenz her so echt geschmeckt hat, dass es mir widerstanden hat.

    Ein besonderer Abschluss war‘s auf alle Fälle.

  • 2. Juni 2025 – ein zweiter Versuch

    Vorbemerkung: Diesen Tag habe ich bereits am 3. Juni frühmorgens schon mal beschrieben… und fand den Blog selber richtig gelungen… bis ich dann aufs falsche Knöpfchen gedruckt habe und sich alles in Schall und Rauch aufgelöst hat. Inzwischen weiss ich, dass „Block entfernen“ zwar gross klingt, aber kaum eine Auswirkung hat, weil es nur das letzte hochgeladene Bild oder den letzten Abschnitt betrifft. Ganz anders – eine Zeile darunter – das „Beitrag verwerfen“. DON‘T TOUCH. Wir haben dann noch diverse KI-Vorschläge ausprobiert, um die Arbeit von gut zwei Stunden wieder herzustellen. Fehlanzeige! Na ja, auch eine Form von Lernen…

    Doch jetzt zum Tag selber: Heinz packt am Morgen unsere Schmutzwäsche zusammen und bringt sie in eine Wasserrette – das ist sozusagen dort, wo man mit Wasser gerettet wird 🤭. Die Maschinen dort haben zwar keine Namen, wie im LeNa-Haus, aber dafür können wir gegen einen kleinen Aufpreis waschen lassen und die saubere Wäsche bereits am Mittag wieder abholen. Praktisch!

    Ich schreibe derweil den Blog zu gestern. Na ja, das war zumindest der Plan… aber das wisst ihr ja schon. (Also, ein bisschen Mitleid fände ich schon nett 😢.)

    Wir ziehen schliesslich kurz vor 9 Uhr los. Heute zu Fuss.

    Utrecht ist die Stadt der Kirchen. Ich glaube nicht, dass ich schon mal so eine Dichte an Kirchen in einer Stadt gesehen habe. Wie die alle wohl heute unterhalten und genutzt werden? Eine Frage, die wir uns noch mehrfach gestellt und erst in Haarlem – teilweise – beantwortet haben.

    Wandbild aus Keramikkacheln

    Die Kirchen sind sehr unterschiedlich gross.

    eine sehr kleine, mit Vorhängen

    Andere sind ziemlich mächtig. Auch hier verweise ich auf Haarlem und dort beispielsweise auf die Bavo Kathedrale.

    Vom Stadtwall aus sehen wir auf ein Quartier mit alles gleichen kleinen Häuschen und geordnet angelegten Gassen. Wir tippen auf ein altes Arbeiterquartier, was sich bestätigt.

    Utrecht wuchs im Mittelalter zu einem wichtigen Handels- und religiösen Zentrum heran. Erbaut wurde das Quartier ursprünglich für Farbrikarbeiterfamilien – wobei es offensichtlich, was Zucht und Ordnung angegangen ist, einen grossen Unterschied gemacht hat, von wem die Unterkünfte bereit gestellt oder vermietet wurden. Vor allem die katholische Kirche sah sich als Bewahrerin traditioneller Werte und ihre Wohnungen waren häufig mit strengen moralischen und religiösen Vorgaben verbunden. Gewerkschaftsnahe und sozialistische Bewegungen betonten mehr die kollektive Solidarität und ihre Wohnungen waren oft günstiger und boten mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten. Das hat sich auch im Gassenbild nieder geschlagen – gesittet ordentlich oder eher chaotisch.

    Vielfältig ist das Bild auch heute noch, trotz ähnlicher Grundrisse und Bauweise.

    Die Gassen wirken wie ein Kaleidoskop der sozialen Vielfalt. Die kleinen Häuschen stehen nebeneinander wie Charaktere in einer lebendigen Erzählung—einige liebevoll umsorgt und sorgfältig instand gehalten, mit blühenden Rosenbüschen und frisch geölten Holzbalken, andere mit rissiger Farbe und schiefen Fensterläden, vom Zahn der Zeit gezeichnet. Ein Blick durch die offenen Fenster offenbart eine ebenso bunte Mischung: von kunterbunt zusammengewürfelten Möbelstücken aus dem Brocki, die eine charmante Unordnung ausstrahlen oder schlicht messimässiges Chaos, bis hin zu raffiniert gestalteten Innenräumen, wo jedes Detail mit Bedacht gewählt ist. Mal herrscht ein gelebtes Durcheinander, mal eine harmonische Eleganz – ein Mosaik aus unterschiedlichsten Lebensstilen und Geschichten, die sich hinter diesen Türen verbergen.

    Ein paar Regentropfen signalisieren uns, dass Zeit für einen Kaffee oder auch etwas mehr ist.

    Und dann ruft schon die Turmbesteigung. Wir schauen auf unterwegs noch in

    Auf diesem Bild ist der gleich anschliessende Domturm zu sehen – der höchste Kirchturm von Holland, wie wir noch Stufe für Stufe merken werden… 465 sind es! Die Erzählpausen auf den verschiedenen Plattformen haben dafür gesorgt, dass es alle bis oben geschafft haben. Erstaunlich, dass weder bei der Ticketbestellung, noch in der ausführlichen Begrüssung mit freundlich und bestimmten does und don‘ts auf Fitnessanforderungen hingewiesen worden ist.

    Die Besteigung mit den verschiedenen Blicken auf die Stadt und vor allem auch das Glockenspiel mit mächtigen Glocken, die 2x im Jahr traditionell von Hand – wobei es da tatsächlich Ganzkörpereinsatz braucht – gespielt werden, war ein Erlebnis. 26 Menschen braucht es, um alle Glocken zu „spielen“. Unglaublich! Genau so wie die Glockenspielerin, die hoch auf ihrer Empore regelmässig den Glocken mit zwei verschiedenen Techniken „von Hand“ Melodien jeglicher Gattung entlockt. Sie hat neben klassischer auch traditionelle und sogar moderne Stücke im Repertoire.

    Hier die Bildergalerie zum Dom:

    So, weiter geht‘s. Auch die Stufen und die Ausblicke haben‘s in sich.

    Die Rundsicht von oben lohnt sich:

    (Dieser Eintrag bleibt unvollendet, weil mich der Leben-B-Alltag wieder eingeholt hat…)

    Hier einfach noch ein paar Fotos:

    In der Rushhour gilt es gut aufpassen:

  • 3. Juni 2025 – heute mit vielen Videos und im Bilderrausch

    Da gibt‘s noch eine der vorgeschlagenen Runden in der Umgebung von Utrecht, die wir noch nicht gemacht haben – und zwar die in den Westen. Klingt nach einem guten Plan für den Vormittag.

    Weil ja schliesslich Ferien sind und die Beschreibung unserer Landlady so ist, dass verpassen eine Schande wäre, starten wir ganz gemütlich mit Cappuccino und Seitenwagen – nein, nein, natürlich nicht Alkohol, sondern feines Gebäck. Suchtpotenzial hat es allerdings auch.

    Bond en Smolders – ein Tipp zum merken

    Gleich vis-à-vis hatte es einen Optiker mit witzigen Graffitis.

    ein paar gezoomte Details

    So, jetzt kann‘s los gehen. Wobei… weit kommen wir nicht. Heinz, warte bitte! Nicht so schnell. Das kann doch nicht wirklich sein? Doch, doch. Das ist ja spannend.

    Da hat gerade eben, ein Mann an diesen Rädern gedreht.

    Wohin geht er als nächstes? Er steigt aufs Velo und fährt… Ah, zur Brücke bzw. Schleuse retour, an der wir gerade vorbei gekommen sind.

    Stimmt, jetzt erinnere ich mich daran, dass sie uns auf der Grachtenfahrt eine Schleuse gezeigt haben, die noch manuell bedient wird. Erstaunlich.

    Wir fahren ebenfalls wieder retour ans andere Ende des Beckenabschnittes. Das möchte ich mir genauer anschauen.

    Wie ich im Gespräch erfahre, öffnen die Schleusenwärter die Brücke je nach Schiffsaufkommen 20-40 Male am Tag – und zwar immer von Hand. Es braucht zwei Menschen dafür und einige Arbeitsschritte.

    Die Schritte folgen einem offensichtlich gut eingeübten Ablauf. Alles im Blick haben ist wichtig. Boote, Fussgänger*innen, Velofahrer*innen, neugierige Touris 🤭. Aber schaut doch selber. Zeigen geht besser als erklären.

    Hier seht ihr das Wasser einströmen

    Dann kann das Öffnen der Ausfahrtschleuse losgehen. Schritt für Schritt.

    Wirklich faszinierend. Weit gekommen sind wir allerdings noch nicht, zumindest nicht in Wegstrecke gerechnet ;-).

    Weiter gehts. Allerdings nicht lange. Heute scheinen wir ein unglaubliches Timing zu haben. Augen offen halten genügt und die Brücken“öffnungen“ werden punktgenau geliefert. Diese wäre manuell wohl buchstäblich „zu schwer“ zu bedienen.

    Hier auch noch die bewegte Version davon.

    Heute rollen sie für uns – im wahrsten Sinne des Wortes – den roten Teppich aus.

    Wir kommen auf unserer heutigen Tour an vielen schwimmende Tiny Houses, alias Hausbooten vorbei, wobei es davon sogar zweistöckige Versionen mit Lounge aufs Wasser, eigenem Boot für Ausflüge in die Stadt oder wohin auch immer hat. Sogar welche mit (gedecktem) Sitzplatz, Velo- und Geräteschopf, Autoparkplatz und kleinem Gärtchen Richtung Strasse sehen wir. Sozusagen tiny, aber all-inclusive.

    „einfachere“ Varianten, die dafür ziemlich mobil aussehen

    Erstaunlich, dass wir es überhaupt aus der Stadt hinaus schaffen bei all diesen Highlights…

    Dabei haben sie „auf dem Land“ auch einiges zu bieten. Von hinten auf dem Tandem würdet ihr noch mehr davon mitbekommen. Schnappschüsse vom Klappi aus sind nicht ganz so einfach.

    Mühlen haben wir insgesamt in diesen Ferien gar nicht so viele gesehen, laufende schon gar nicht. Auf dem heutigen Ausflug hatte es von beidem.

    Voilà die bewegte Version:

    sogar das Wasserrad ist sichtbar

    Wieder einmal ziemlich viel Wind heute, rundfahrtbedingt aus ziemlich allen Richtungen.

    Heute sehen und hören wir wieder viele Vögel. Die Wasservögel sind nicht besonders scheu. Nicht einmal, wenn sie Junge haben. Diese hier sind zwar nicht Huckepack unterwegs, aber deshalb nicht weniger jöööööö. Im Gegenteil!

    Und ziemlich flink.

    Von Zeit zu Zeit kommen wir durch Ortschaften.

    Dieses zwei- bis dreistöckige Backsteinreihenhäuser-Bild am Wasser und die Kombination und das Nebeneinander von Verkehrsmitteln ist typisch für diese Gegend.

    Die meiste Zeit führt unser Ausflug allerdings durch Landschaften ausserhalb des Siedlungsgebietes.

    Die Blumenstrasse führt in den Máximapark https://maximapark.nl, wo wir uns – passend zum blumigen „Leitmotiv“ – den neu angelegten „Vlinderhof“ anschauen.

    Die Insektenwiese ist fantasie- und liebevoll mit der Hilfe von vielen Freiwilligen angelegten worden.

    Ein paar Exemplare warten sogar, bis ich abgedrückt habe.

    Am faszinierendsten fand ich einen Strauch mit kleinen weissen Blüten, die sehr intensiv dufteten, in welche die Bienen ganz reingeschlüpft sind.

    Der Màximapark ist eine sehr grosse und grosszügig angelegte Parkanlage, von der wir nur einen kleinen Teil durchquert haben.

    Nicht alles ist gleichermassen lieblich hier.

    Skulpturen hat es auch einige im Park. Nicht alle so dramatisch.

    Der Hunger meldet sich. Gut, dass wir Proviant dabei haben. Von unserem Picknick-Bänkchen aus sehen wir Kasteel De Haar, das grösste Schloss der Niederlande.

    Da wurden und werden – lässt sich in den Heftli beim Coiffeur regelmässig nachlese – offenbar mit illustrer Gästeliste gerne und ausgiebig Feste gefeiert. Sehr viel Geld braucht es auf alle Fälle, um so einen Bau erstellen zu lassen und danach zu „unterhalten“. Es steht geschrieben…, dass Baron de Haar eine sehr reiche Frau geheiratet hat und sie zusammen auf ausgedehnten Reisen viel Kunst und andere Einrichtungsgegenständen gesammelt und in ihr Schloss haben liefern lassen. Platz genug zum Füllen gab‘s auf alle Fälle.

    Picknick beendet und weiter geht‘s. Den Kaffee danach gibt’s an einem Ort mit bewährter Empfehlung:

    Merke: Vögel wissen, wo etwas Feines zu holen ist

    À l’époque wären wir – ich mit Samtpantöffelchen und Sonnenschirm – parlierend von der Sommerresidenz über den gut cupierten Rasen zum Kanal gewandelt. Vielleicht sogar mit einer Partie Cricket 🏏 unterwegs. Dort hätte dann eine gut assortierter High Tea auf uns gewartet. Typisch für diese Gegend sind nämlich – natürlich nur der entsprechenden Gesellschaftsschicht zugehörig – eigene kleine Teehäuser.

    Idyllisch, idyllisch.

    Als Kontrastprogramm schauen wir auf dem Rückweg im Hoog Catharijne vorbei, einem grossen Einkaufszentrum am Bahnhof von Utrecht. Schräg, was es hier alles gibt – natürlich neben den all-over-the-World-Läden, die ihr alle kennt.

    Wir entscheiden uns für etwas anderes zum Znacht 😂.

    Ich mag Schnapszahlen

    Das war ein abwechslungsreiches Schauen 👀 auf diesen 50 Kilometern. Gemütlich Klappi – nein, nicht Klepper, ganz im Gegenteil – Ferien haben ihren eigenen Reiz.

    So, heute heisst es zum ersten Mal wieder packen. Morgen – aus chronologischer Sicht betrachtet – steht der Transfer nach Haarlem auf dem Programm.

    Aber den kennen unsere treusten Begleiter*innen ja schon.

  • 4. Juni 2025 – Transfer von Utrecht nach Harleem

    Oh, tatsächlich kann es auch hier tröpfeln. Wirklich Regen ist das keiner – auch wenn die Prognosen nicht zum ersten Mal auf dieser Tour welchen ankündigen.

    Heute sind die Klappis auch als Lastenträger gefragt.

    Ein letzter Blick zurück, ob wir nichts vergessen haben und los geht‘s Stadt-auswärts.

    Heute könnte es richtig gemütlich und idyllisch sein… wenn da nicht der Wind wäre… mehr dazu später.

    Was sie hier alles für Velofahrer*innen bauen – samt sanften Brückenauffahrten – begeistert uns immer wieder.

    Auch stadtauswärts sind die Velowege gut ausgebaut. Typischerweise sind die Aussenquartiere von vielen Einfamilienhäusern geprägt. In der Innenstadt sind es eher Reihenhäuser; weiter aussen stehen sie oft auch einzeln.

    Zeit für eine Kaffeepause im Grünen.

    Bevor‘s über weitere Brücken und entlang von Wasser weiter geht.

    Die Strecke ist sehr Velo-gastfreundlich.

    Der Wind ist es weniger. Die Strecke ist zwarf sehr schön, aber der Wind macht die Fahrt ziemlich anstrengend.

    Da lasse ich mich gerne ablenken und zum Anhalten verführen. Wobei diese „zerzauste“ Ente wirklich eigenartig ausgesehen hat.

    Die Auflösung war faszinierend. Ich hoffe, ihr seht genug auf dem Video und könnt euch den Rest zusammenreimen.

    Kaum zu glauben
    Ok, die wären wirklich zu gross…

    Weitere Brücken

    und eine ansprechende Überbauung aus Holz.

    Wir fahren oft an einer der sogenannten Waterlinienrouten, die sich auch zwischen Haarlem und Amsterdam als gute Wahl erweisen.

    Wir sind bereits auf dem Stadtgebiet von Haarlem, das hier noch recht ländlich aussieht. Sowieso kommen wir quasi durch eine Hintertüre herein.

    Oh, ob das ein Restaurant-Kandidat ist?

    Wird es nicht, weil wir viel Spannendere und besser bewertete Lokale entdecken.

    Zuerst lassen wir uns aber unsere Unterkunft für die nächsten paar Tage zeigen, geniessen eine wohl verdiente Dusche und ziehen dann eines erstes Mal zu Fuss los, Richtung Centrum.

    Typische erste Ansichten.

    Heute steuern wir ziemlich direkt ein syrisches Restaurant an, das nicht nur einen originellen Namen, sondern auch eine sehr feine Küche und einen sehr sympathischen Gastgeber hat. Wie ihr schon wisst, weil ich die Tage ja nicht in ihrer chronologischen Reihenfolge, sondern ein bisschen wie‘s kommt rapportiere, ist der erste Besuch dort nicht unser letzter.

    Im Gegensatz zu uns scheinen Holländer*innen weiche Betten zu mögen 🥴🫣. Na ja, mit genug Kilometern in den Beinen schläft es sich trotzdem einigermassen.

    Noch ein paar Ideen für die nächsten Tage besprechen und dann heisst‘s Lichter löschen.

  • 7. Juni 2025 – Regentag ist (nicht nur) Bibliothekstag

    Heute hören wir beim Aufwachen nicht nur die Möwen krakeelen, sondern auch den Regen prasseln. Schnell die Nespresso-Maschine anwerfen und – schwups – wieder ins warme Bett schlüpfen. Wir lassen‘s gemütlich angehen heute.

    Mal sehen, was die Wetterprognosen in petto haben und was unsere Ideenliste alles Passendes hergibt. Schnell entschieden ist, dass die Klappis weiter im Trockenen bleiben dürfen. Schliesslich hat Harleem eine tolle Bibliothek, es ist Markttag und das Wetter kann hier sehr schnell ändern. Regensachen, Schichten und diverses „Spielzeug“ samt Netzgeräte einpacken und es kann los gehen.

    Frisch gewaschene Farben.

    Schwer vom Regen – mit ganz eigenem Reiz

    Wir wohnen etwas ausserhalb, nicht weit vom Bahnhof weg und in gut machbarer Fussdistanz zum Zentrum, so dass es auf immer anderen Wegen Neues zu entdecken gibt.

    Heute nehmen wir die

    zum Bahnhof und bewundern dort das grosszügige Veloparking alias Fietsenstallingen.

    Erstaunlich, laut Anzeige hat es noch 882 freie Plätze, obwohl es – zumindest in den unteren Etagen – ziemlich gut gefüllt aussieht.

    Davon können wir in Basel nur träumen

    Wie nachhaltig und praktisch hier historische Gebäude genutzt werden, bekommen wir zu Fuss unterwegs auch besser mit.

    Joannes de Deoplein

    Dieses Gebäude beispielsweise wurde als Spital erbaut und betrieben. Heute ist es eine Altersresidenz, mit attraktiven Aufenthaltsmöglichkeiten draussen in kurzer Gehdistanz und damit noch lange auch mit Gehhilfen und Rollstuhl erreichbar.

    Darüber wie die vielen Kirchen heutzutage genutzt und vor allem auch unterhalten werden, haben wir auf dieser Reise auch schon sinniert. Mal sehen…

    Heilig-Hartkerk

    Und zwar eines mit einem Coiffeursalon im Nebenschiff.

    Heute trägt die freundliche Kaffee-bring-Frau passend zur Witterung einen Pulli à la Cleeffs.

    Mmh, feiner Käse.

    Weil uns der Käse im Cleeffs so gut geschmeckt hat, probieren wir später vor einem Käseladen welchen und kaufen ein Stück zum nach Hause nehmen. Als spezielle Tages-Promo erhalten wir sogar eine kleine Kühltasche dazu, die wir gut für unsere Picknicks im Kannenfeldpark brauchen können und die uns künftig an diese erlebnisreichen Holland-Ferien erinnern wird.

    Was lernen wir daraus? Es muss nicht immer…

    sein. Die Zeiten ändern sich…

    Was mich an meinen Studienaufenthalt 1985 – oder war’s 86 🤔 – in Exeter erinnert. Und den dannzumals auf jedem London-Trip obligatorischen Survival-Stop im Swiss-Chalet, um richtiges Brot zu kaufen. Damals kannten sie in Exeter nur Toastbrot im Sponge-Bob-Style – obwohl der wahrscheinlich noch gar nicht geboren war 🤭.

    Doch zurück in die Gegenwart. Die nächsten Bilder zeigen eine eindrückliche Fotoausstellung auf dem Bahnhofplatz, die am besten für sich selber spricht.

    Was für penible Erfahrungen… für „uns“ – obwohl für sie alle noch viel mehr… und immer wieder. Puh! Wir haben noch viel zu lernen. Sehr viel. Aufmerksamer werden. Achtsam im Umgang miteinander.

    Einiges haben wir auch ohne Übersetzung verstanden. Trotzdem werde ich das in einem ruhigen Moment nochmals auf mich wirken lassen. Schon jetzt hat es mich – einmal mehr – Dankbarkeit fühlen lassen für all die guten Karten, die das Leben mir geschenkt hat.

    Weiter geht‘s richtig Centrum.

    Nur die ganz Wasserscheuen haben die Schirme noch aufgespannt

    Heute ist Shopping angesagt, vor allem bei Heinz. Er hat coole rote Bermudas gekauft und zwar bei appel&ei – wohl eine Anlehnung an die Redensart „für ‘nen Appel und ‘n Ei“, die offenbar aus dem Niederländischen stammt und schon im 16. Jahrhundert verbrieft ist. Das Geschäftskonzept ist mindestens so cool wie die Bermudas 😉.

    Hoffentlich eine Erfolgsstory

    Wir schauen kurz bei der Touri-Info vorbei und lassen uns von der Auslage und den Flyer inspirieren. 🤔 Vielleicht die vielen sehenswerten begrünten Innenhöfe, vielleicht eine Bootstour und dann ist da noch ein Orgelkonzert um 16 Uhr, ebenfalls in Fussdistanz. Klar ist: Auch heute ist sicher keine Langeweile zu befürchten.

    Weil wir schon am Groten Markt sind, schlendern wir über den Markt, wo uns allerlei Düfte begegnen, angenehme und für unsere Nasen auch weniger wohl riechende.

    Nein, nein, die „duften“ nicht 🤭😂

    Den Sockenstand finde ich witzig und auch etwas skurril, auch wenn es nichts für mich dabei hat und Heinz sich bereits mit Hinguckern eingedeckt hat. Statt dessen kauft er einem sehr sympathischen Bürsten-Stand-Betreiber einen Ersatz für seine in die „Jahre“ gekommene Gemüseputzbürste ab. Ein Bisschen was zum Schnausen 😋 drängt sich ebenfalls auf. Märkte haben einen fast so unwiderstehlichen Effekt wie Buffets…

    Auf dem Weg zur Bibliothek schneuggen wir unter anderem noch in einen sehr gut assortierten und sehr stilvoll eingerichteten Velo-Laden rein, mit vielen Brooks-Artikeln und „netten“ Bikes.

    Gut, dass der Platz in unserem Gepäck beschränkt ist. Da wir von Haarlem aus mit dem Zug zurück fahren, wird nur der Weg zum Bahnhof und das zweifache Umsteigen eine logistische Herausforderung. Auch die werden wir meistern. Trotzdem gut, dass morgen Sonntag ist und die Läden – hoffentlich – geschlossen 😉😂.

    Ich bin bereits wieder voller neuer Eindrücke und freue mich auf einen ruhigen und gemütlichen Moment oder gerne auch zwei in der Bibliothek. Wir geniessen dort zuerst noch gemeinsam einen feinen Cappuccino aus dem Bibliothekskaffi und die unterwegs gekauften Leckereien. Danach suchen wir uns je einen ruhigen Arbeitsplatz und vertiefen uns in Mails, Blogs, Reservationssysteme für LeNa-Gästezimmer u.ä. – und ich erkunde natürlich auch, was die Bibliothek so alles drauf hat. Eine ganze Menge.

    Wow! Die Stunden hier drin sind nur so verflogen – und haben als ausgedehnte Pause gut getan.

    Nix Gärten besuchen, Bootsfahrt machen oder durch die malerischen Gassen schlendern. Vielleicht morgen. Unser letzter Tag. Oder dann alles gute Gründe, um wieder einmal herzukommen.

    Für das Orgelkonzert sollte es aber reichen, wenn wir jetzt zusammen packen, flott losziehen und ich uns unterwegs nicht mit zu vielen „Oh!“, „Wow!“, „Schau mal!“s aufhalte. Wir schaffen‘s! 😅 Und für ein paar Gassen-Fotos auf dem Weg hat‘s auch noch gereicht.

    Der Konzertort sieht bereits von weitem ziemlich eindrücklich aus.

    Dabei ist das nur ein Ausschnitt. Voilà, die ganze Kathedrale.

    Habt ihr Lust auf einen Blick hinein und auf ein Orgelkonzert? Und zwar auf der Willibrordusorgel? Es gibt nämlich nicht nur eine Orgel da drinnen.

    Dann herein spaziert und auf den Video-Knopf gedrückt.

    Das Programm, aus dem euch kurze und etwas abrupt endende Müsterchen erwarten

    Mehr zur Koepel Kathedraal, auch bekannt als Kathedrale Basiliek Sint Bavo, unter https://koepelkathedraal.nl. Besonders gefallen hat uns, dass sie trotz ihrer imposanten Grösse einen irgendwie lichten und leichten Eindruck vermittelt – und sogar ohne Sonnenlicht leuchtend farbige Fenster hat.

    Oh, ich merke gerade, dass heute ausser Bibliotheks- auch ein wenig Kirchentag ist.

    Das Konzert hat eine Stunde gedauert und bei mir meldet sich der Hunger. Fürs Maroosh, das für seine feinen Mezze bekannt ist, sind wir bereits zu spät dran. Also nach Prélude, Fugue, Sarabande, Scherzo und Toccata zum Entrée nochmals ‚Syriously‘ zum Hauptgang? Wieso nicht. Schliesslich wollen wir auch noch ein Fläschchen von der feinen Granaatappelmelasse mit nach Hause nehmen.

    Was für ein Genuss!

    Und zum Dessert?

    Lieber nicht!

    Besser ein gemütlicher Verdauungsspaziergang zurück in die Begastraat, auch wenn es mit dem für heute Nacht angekündigten heftigen Regen noch etwas dauern sollte.

    So sind wir auch früh genug zurück, dass ich den heuten Tag „verbloggen“ kann.

  • 6. Juni 2025 – Haarlem zu Fuss

    Die Klappis haben heute einen Pausentag.

    Nicht nur, weil es wieder ziemlich windig ist. Zu Fuss zeigen sich andere Sachen als auf dem Velo und auch Haarlem ist eine ziemlich handliche Stadt, die sich gut erbummeln lässt.

    Die „Geschichten“ sind mir beim Schlendern durch Haarlem nur so zugeflogen. Das gibt wohl wieder einen ausführlichen Blog…

    Haarlem ist eine sehr grüne Stadt.

    Quasi vor der Haustüüre

    Und hat – wie Utrecht – jede Menge Kirchen. Zu entdecken, was diese heute so alles beherbergen, ergäbe sicher ein spannendes (Mehrtages-)Programm. Tatsächlich war ich noch in keiner einzigen drin.

    Unseren morgendlichen Cappuccino samt Kuchen zum Frühstück geniessen wir heute im Cleeffs,

    wo die Kellnerin nicht nur ein witziges T-Shirt trägt, sondern ich auch eine stilvolle Tiny-Einrichtungs-Idee mitnehme. Wäre sogar als Klappvariante denkbar. Gibt es eigentlich auch klappbare Barhocker?

    Weiter geht‘s. Grün und Wasser säumen unseren Weg und prägen das Stadtbild.

    A propos grüne Stadt: Hier tragen sogar Verkleidungen von Baustellen zum grünen Eindruck bei. Mit sympathischer Wirkung.

    Da könnten sich Baustellen in der Basler Innenstadt inspirieren lassen.

    Die Wasserläufe geben eine Menge her. Zeitweise auch Grachten-Gut, wobei das wohl nicht – wie am Meer – angeschwemmt wird, sondern rausgefischt werden muss.

    Vielleicht wäre das eine Möglichkeit das Geld für die Entsorgung zusammen zu bekommen.

    Eine historische Innenstadt mit vielen schönen Gassen, Ecken und Plätzen.

    Da lasse ich lieber die Bilder für sich sprechen.

    Auf diesem Rundfahrtschiff muss er Kapitän nicht auf die Gewichtsverteilung achten, was sein Leben sicher einfacher macht.

    Auch hier und heute auf dem Grote Markt: Wedding-Season.

    Die Grachten laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Ein paar Impressionen von unterwegs.

    Der Kopf voller Eindrücke, aber mit eher leerem Bauch sind wir zu einem frühen Znacht ins Mamas Soup.

    Einkauf bei Liselore Halink, einer Herzblut-Keramikerin (vgl. https://lilokeramiek.nl). Gut, dass ich zu Hause und im Gepäck nicht mehr Platz habe… Für je zwei mit Bedacht ausgesuchte Bijous hat‘s gereicht. Die werden Heinz und mich immer mal wieder an Haarlem und diese Ferien erinnern.

    Viel Historie ist uns auf Schritt und Tritt natürlich auch begegnet. Und Kunst.

    Und auch ein bisschen verkehrte Welt – oder wohl eher ungewohnte.

    Beides durchaus praktisch

    Was für eine Menge an verschiedenen Eindrücken. Und das ist nur eine Auswahl davon.

    Farbakzente
    Weisheiten
    Diese habe ich auf dem Status einer ehemaligen Arbeitskollegin entdeckt.

    Auch der Quartiermarkt hat uns einiges erzählt über Besonderheiten und Lebensgewohnheiten in diesem Teil von Europa.

    Ausser Kaffees, Parkbänkchen oder Uferpromenaden sind auch Bibliotheken für mich wunderbare Inseln, um zur Ruhe zu kommen. Früher, in „magereren“ Zeiten waren sie schlicht unverzichtbar wegen des Gratis-Internetzugangs und wärmer als draussen vor einem Starbucks zu stehen, wenn das Budget – oder das Sparfuchs-Gen – keine Konsumation mehr erlaubt hat. Oft sind Bibliotheken auch spannende Gebäude und ein Ort, wo sehr verschiedene Menschen und Nutzungen zusammen kommen und viele interessante Informationen zu finden sind. So auch in Haarlem.

    Der Kleiderständer wird rege als Bring- und Holstation genutzt. Zumindest war das so in der knappen Stunde, in der ich im Bibliothekskaffee sass und mich umgeschaut habe.

    Mit vollem Kopf, aber inzwischen leerem Bauch sind wir auf dem Rückweg noch bei Mama‘s Soup vorbei und haben es uns gut gehen lassen.

    Vögel waren auch heute allgegenwärtig. Vor allem Möwen. Aber nicht nur.

    Dass viele Menschen einen Vogel haben, wusste ich, nicht aber…

    Was frau hier so alles lernt…

    Auf dem Weg zurück noch zwei Augenblicke Kunst

    und dann sogar noch genug Zeit und Musse, um euch davon zu berichten.

  • 5. Juni 2025 – von vielen Vögeln, Meer und einer erstaunlichen Punktlandung

    Dass das Meer nicht weit weg von hier sein kann, ist bereits beim Aufwachen deutlich zu hören. Zu den Singvögeln gehören die Möwen nach meinen Ohren eindeutig nicht 🙉! Und Melodik mit Lautstärke 📢 zu ersetzen, sollte sowie so verboten sein!

    Heute ist – wieder einmal – Regen angesagt. Aber weil es draussen sogar etwas sonnig ist, wenn frau genau genug schaut, und die Prognosen für die nächsten Tage eher schlechter: Nix wie los! Wozu gibt‘s Regensachen, gute Laune und ‚Singing in the Rain‘-Vorbilder. Funktioniert mit cycling auch, wie ich aus Erfahrung weiss.

    Wie oft gibt es viele Möglichkeiten. Oh, die Sache mit den Knooppunten habe ich auch noch nicht erklärt. Wirklich ein geniales System. Das erste Mal auf dieser Tour nehmen wir ein Stück weit eine Euro-Velo, die 12 alias Kustroute und zwar durch einen Nationalpark.

    Die Dünenlandschaft ist schön und erstaunlicherweise auch ziemlich hügelig, was – garniert mit Gegenwind – darauf hoffen lässt, dass der Wind für den Rückweg nicht die Richtung ändert…

    Zandvoort heisst unser Etappenziel. Dass wir nicht allzu schnell vorwärts kommen liegt auch an den vielen guten Gründen für Zwischenstopps.

    Was wohl daraus schlüpfen wird? Davon hat‘s hier jede Menge.

    Sieht faszinierend, wenn auch etwas „gruuselig“ aus – ganz im Gegensatz zur Konzerteinlage, die uns geboten wird.

    Nachtigallen mit mehreren Melodien, Dorngrassmücken und andere Vogelstimmen, die wir nicht zuordnen können.

    Weiter geht‘s Richtung Küste. Uns überholen und kommen einige E-Fatbikes entgegen, was sehr passend für die Verhältnisse hier ist. Für den Alltag hätte ich hier sicher auch ein E-Bike; der Wind kann schon sehr heftig sein und die Fahrzeiten stark beeinflussen.

    Meer in Sicht

    Den Wind um die Ohren kann ich euch nicht bieten, aber den Sound von Wellen IN den Ohren schon.

    Das Wasser ist überraschend warm.

    Von Weitem war ich mir nicht sicher… Aber doch… Tatsächlich! Ein Fotoshooting der besonderen Art.

    Unvergesslich bleibt der Tag auf alle Fälle.

    Die Fahrt und die Meerluft haben unseren Appetit angeregt. Wir wollen zwar draussen sitzen, aber vielleicht doch gemütlicher nicht gleich hier.

    geöffnet sind die Bars zwar schon…

    Noch ein paar Impressionen für die Erinnerung und dann lassen wir uns auf eine ganz besondere Empfehlung ein…

    und werden nicht enttäuscht. Das Blue Zone Caffee, sozusagen empfohlen von einem Vogel, der hier Stammgast zu sein scheint, erweist sich als sehr guter Tipp 😂!

    Unser Timing heute ist grandios. Wir essen gemütlich, kommen etwas mit der Runde am Nachbartisch ins Gespräch und bummeln anschliessend noch ein wenig durch Zandvoort. Die ersten Tropfen lassen uns die Regenjacken auspacken, was dann kommt…

    ruft nach einer weiteren Tasse Tee in einer fein duftenden Bäckerei. Die kurzen heftigen Regenschauer sind eindrücklich.

    Der Regenradar wird laufend angepasst, so dass wir uns auf unser Gefühl verlassen – und wie auch im weiteren Laufe des Tages die weitgehend trockenen Zeitfenster erwischen. Ab auf die Klappis!

    Retour in Harleem – die Fahrt war mit Rückenwind sehr beschwingt – beschliessen wir noch einen Ausflug nach Amsterdam anzuhängen. Carpe Momentum.

    Gut 20 Kilometer auf denen es einiges zu sehen gibt.

    Dieses Mal ziehen die dunklen Wolken in unsere Richtung und auch der Wind frischt wieder auf. Auch gut. Schliesslich sind unsere Regensachen nicht nur als Mit-Umefaahri-Gepäck gedacht 😉. Sonst vergessen sie mangels Übung noch wie dicht halten geht…

    Wir klappern die Brompton-Läden ab, weil ich einen ganz speziellen (allerdings nicht-original-Brompton) Daypack-Rucksack suche. Was sich bestätigt: Brompton-Spezialisten sind ganz spezielle Freaks, weshalb ich zwar nicht fündig werde, aber interessante Begegnungen in meine bereits gut gefüllte Schatzkiste lege. Zum Beispiele mit einem Mr. Tromm, der bereits in der dritten Generation den Trompton-Laden betreibt. Sie sind in intensiven Verhandlungen mit Brompton, weil sie das Flagschiff in Amsterdam werden sollen, als Familienbetrieb aber unternehmerische Freiheiten behalten wollen und – nicht verhandelbar – den Namen. Wie meinte er so passend: You have to choose your battles. Andere Accessoires als „original Brompton“ verkaufen gehe leider nicht. Im nächsten Brompton-Junction-Laden war das zwar auch so, aber der der sympathische Verkäufer hat mir mit leuchtenden Augen den Weg zum „warmly recommended“ Property-of-Store beschrieben und gemeint: you can just brompton there, was nach einer Fortbewegungsart für Insider geklungen hat.

    Property of ist eine coole Marke mit lebenslänglicher Garantie auf ihre Taschen und Rucksäcke aus Petflaschen und – daher der Name Property of – einer individualisierten ID unter dem Markenzeichen. Wenn sich da Warten bis Oktober nicht lohnt…

    Inzwischen meldet sich der Hunger und Heinz lässt sich die Wegbeschreibung – hoch lebe die moderne Technik! – direkt auf seine Hörgeräte spielen, was das Navigieren sehr einfach macht. Ich suche dafür die Restaurants aus – eine Arbeitsteilung, die sich sehr bewährt. Findet er ☺️.

    Wieder mal ein Volltreffer. Mmmh, Injera!

    *******

    Bevor wir uns auf den Heimweg machen – aus gegebenem Anlass – noch ein Einschub.

    Die letzte Frage des Tages an meine virtuellen Reisebegleiter:innen lautete.

    welche ich noch erläutert habe mit: Überall Warnungen. Zum Glück. Ich mag verkochtes Essen gar nicht!

    Nachdem ich mehr und weniger dezent auf meine mangelnden Holländisch-Kenntnisse aufmerksam gemacht worden bin 🤭, habe ich dann noch einen Post nachgeschoben:

    Der Vollständigkeit halber zur Doku hier auch noch die erste Frage des Tages, samt der treffend mit-einem-Bild-auf-den-Punkt-gebrachten-Antwort einer lieben Freundin und virtuellen Reisebegleiterin:

    Die Kategorien waren – in etwa – Ü70, Touris, Menschen mit dem Pozor-Gen und Sportskanonen.

    *******

    So, jetzt fehlt noch der Rückweg vom Amsterdam, der sich zu einem ziemlichen Abenteuer hätte entwickeln können, wenn nicht der Zufall Hand geboten hätte.

    Richtungen sind Interpretationssache, weshalb Heinz und ich verschiedene Abzweigungen genommen habe. Die Aufteilung der Ausrüstung? Ich beide Handies im Gepäck hatte und Heinz den GPS mit der Route. Die Adresse unseres Zimmers in Harleem hatte ich mir dummerweise nicht notiert. Tja, was tun? Ich stand nach einer vergnügten Fahrt durch das schöne Naturschutzgebiet Spaarnwoude Park mit ein paar Zusatzschlenkern vor dem Bahnhof in Harleem, den ich per Wegweiser leicht gefunden hatte. Nach einigem Werweissen und keiner wirklich brauchbaren Idee, wie ich zurückfinden könnte, war ich gerade dabei in meiner BankApp nachzuschauen, ob dort die Adresse des Bioladens in der Nähe unseres Zimmers herauszufinden war, wo ich am frühen Nachmittag eingekauft und mit der Kreditkarte bezahlt hatte. Ich war noch am Suchen als ich Heinz meinen Namen rufen hörte. Erstaunlich. Obwohl er eine ziemlich andere Strecke als ich gefahren war und wir einander auch gesucht bzw. – offenbar unterschiedlich lange 😉 – aufeinander gewartet haben, waren wir doch tatsächlich innert einem Zeitraum von wenigen Minuten gleichzeitig am Bahnhof. Glück happens! würde ich da leicht abwandeln 🍀💫.

    Wenn das kein abwechslungsreicher und insgesamt auch Kilometer-reicher Tag gewesen ist.

    Unser etwas gestückelten Streckenaufzeichnungen:
    1. An die Küste und zurück – mit hügeligen Dünen und Gegenwind
    2. Haarlem – Amsterdam und ein Stück des Rückweges
    3. Die diretissima-Strecke mit Stalldrang, die Heinz gewählt hat

    Wir haben gut geschlafen!

  • 1. Juni 2025 In und um Utrecht, per pedes, mit dem Veloziped und auf dem Wasser

    Heute sind wir sozusagen multimodal unterwegs und Zahlen-getrieben, was für mich eher untypisch ist. In diesem Fall aber äusserst praktisch ist.

    Hier das Bild dazu – die Erklärung dann ein anderes Mal. (Weil die Tage nur so verfliegen, kann ich mich sonst nicht mehr daran erinnern, was wir alles erlebt habe bzw. bekomme ein ziemliches Gnuusch mit den Bildern, wenn ich zu viel hüpfe.)

    Heute ist Heinz in Signalgelb unterwegs, was ebenfalls praktisch ist, weil ich ihn dann noch lange als kleinen Punkt sehe, wenn ich mal wieder einen Fotohalt einlege und mich dann sputen muss.

    Auch heute sind wir begeistert über die vielen separaten Velowege. Meistens sind sogar die Wege für Fussgänger:innen und Velofahrer:innen getrennt geführt.

    Hier haben sie ein altes Bahntrassee für den Fussweg genutzt und abgetrennt daneben ist die zweispurige Velostrasse und zwar nur für Velos.

    Eigentlich hätte ich Lust auf einen Kaffee. Am Sonntagmorgen früh scheinen geöffnete Kaffees eher rar zu sein, zumal ausserhalb der Stadt. Die schöne Strecke führt über weite Strecken entlang von Kanälen – Kaffee-technisch nicht die beste Wahl. Dafür spannend, was Schiffe, grosszügig angelegte Flussüberquerungen und Schleusen angeht.

    Alles keine Orte für eine Beiz. Die haben alles mit an Bord. Oh, wenn mich mein Auge nicht täuscht, kenne ich dieses von weitem gut sichtbare Signet. Nix wie hin, denn in der Not…

    lernt frau auch was Neues… Wobei: Serviert war es deutlich schneller als bestellt! Nächstes Mal versuche ich es „gemütlich“ mit dem QR-Code am Tisch. Auf alle Fälle war ich SEHR froh, dass es hinter mir keine Schlange gegeben hat. Sonntagmorgen in der Pampa hat auch seine Vorteile ;-).

    Weite Strecken führten entlang von kleinen Kanälen, zeitweise gesäumt von Windschutzhecken. Das Gefühl? Wunderschön auf einer Tafel am Wegrand beschrieben.

    Nicht ganz ohne war der Wind, vor allem je nach Richtung aus dem er wehte.

    Wir haben uns die Wurfübungen für ein anderes Mal aufgehoben. Vorenthalten möchte ich euch diese praktische Konstruktion aber nicht.

    Sie lassen sich hier einiges einfallen, um die Natur zu schützen und die Biodiversität zu erhalten, wie wir mehrfach gesehen haben. Hier ein weiteres Beispiel.

    Gehört zu einer neu gestalteten Hafenanlage, wo nicht gespart worden ist, was vermutlich die entsprechende Kaufkraft verlangt, fürs Auge aber sozusagen wohlgefällig und sympathischerweise auch allgemein zugänglich ist.

    So langsam schliesst sich unsere Runde und wir kommen wieder auf Utrecht rein und begegnen ein erstes Mal der Utrechter Version von Tiny Houses – schwimmenden.

    Da lässt sich‘s leben würde ich meinen.

    So langsam meldet sich der Hunger; da kommen diese verführerischen Düfte wie gerufen und führen uns zu einem Markt mit allerlei Köstlichkeiten, von denen wir einige ausprobieren. Wer ein Miss Marpel- oder Sherlock Holmes-Gen hat (oder einfach eine gute Übersetzungs-App), kann auf dem nachstehenden Bild mehr erfahren.

    Heute scheint der Tag der Fast-Food-Ketten zu sein. Gleich neben dem Markt ist uns eine Kebap-Factory aufgefallen. Was es nicht alles gibt. Dabei… doch das finden wir erst morgen heraus.

    Das Angebot sieht ansprechend aus – durchs Fenster gegüggselt.

    Doch jetzt geht‘s weiter, unsere Ideenliste hat noch einige gluschtige Punkte drauf – zum Beispiel eines der Fietsestalling ausprobieren und dann sind da noch die Grachten. Zum Glück lässt sich beides verbinden. Also Fietse, ab in den Stall.

    Die Garagen zu benutzen wird wärmstens empfohlen oder wie uns der Zugbegleiter schon bei der Einfahrt in Utrecht quasi als Willkommensgruss empfohlen hat: Seien sie schlauer als die Klauer! Weil offenbar mindestens so viele Velos geklaut werden wie bei uns, sind hier nicht nur alle Velos, selbst die rostigsten Göppel mit dicken Schlössern gesichert, sondern es gibt auch noch die Velos mit den gut erkennbaren hellblauen Pneus. Vielleicht komme ich noch dazu, euch zu erzählen, was es mit denen auf sich hat. So viel sei schon verraten: Die Pneus sind nicht eine asiatische Billigmarke, eine erste Hypothese von uns.

    Ok, die Fietse sind gestallt und wir schauen, für welche Grachtenfahrt wir Tickets bekommen. Um 16 Uhr? Ok, dann haben wir noch Zeit zu schauen, woher die Musik kommt

    Ah, ein Jazz-Festival

    und einen Blick in den einen oder anderen Shop zu werfen.

    In Utrecht mögen sie‘s süss – alles Schleckzeug!

    Bunt lieben sie hier offenbar auch. Nicht nur, was das Farbenspektrum angeht. Vielerorts sind die Regenbogenfarben sichtbar, unter anderem auf Plakaten, welche die diesjährige Pride im Juni ankündigen.

    Sogar Nijntje, die ihr wahrscheinlich eher unter Miffy kennt oder auch wenn ihr seinen Namen nicht kennt, sicher das Design gibt’s nicht nur in weiss, sondern Regenbogen-farbig und in allerlei Schattierungen.

    Was Nijntje, alias Miffy mit Utrecht zu tun hat? Dick Bruna, ihr Schöpfer stammt aus Utrecht und die kleine Hasenfigur begegnet uns in Utrecht allenthalben, wobei wir (noch) nicht einmal im Nijntje-Museum oder auf dem Nijntje-Platz gewesen sind und leider auch keine Nijntje-Ampel gesehen haben. Deshalb diese Hinweise sozusagen nur als „Fussnote“ – und ab auf die Ideenliste für nächstes Mal. Wäre mal was für einen Regentag, von denen wir bisher keinen hatten.

    So, Boardingtime. Der Kapitän erwartet uns. Seine Instruktionen, zum Beispiel zum Bord-WC, das nur für Geschäfte erster Art und nicht für solche der zweiten Art geeignet ist (was auf seine charmante Art und auf Englisch viel witziger geklungen hat), sind nicht nur unterhaltsam, sondern – wie wir noch erleben werden – durchaus berechtigt. Zum Beispiel macht er uns gleich zu Beginn darauf aufmerksam, dass mindestens die Hälfte von uns – die meisten sind nach hinten raus aufs kleine Freiluft-Deck – auf der zweiten Hälfte der Tour nach drinnen wechseln müssen, weil das Boot sonst nicht tief genug im Wasser liegt, um unter den Brücken durchzukommen.
    Ok?! Und auch sonst ist eine ganze Menge los auf diesen stellenweise recht engen Grachten.

    Zum Glück liess er sich nicht aus der Ruhe bringen, obwohl er die Menschen auf dem Aussendeck tatsächlich mehrfach auffordern und das Boot drosseln musste, bevor es knapp gereicht hat. Und auch den kleineren Booten musste er teilweise den Weg weisen. Uff! So ein Job wäre nichts für mich.

    Der Blick von den Grachten aus ist toll und wir haben einiges gesehen und auf Englisch, Holländisch und Deutsch erklärt erhalten, das wir uns gerne nochmals zu Fuss anschauen möchten. Für heute ist uns die bequeme Fahrt allerdings recht.

    A propos. Hier noch zum Abschluss die Tagesbilanz auf den Klappis – zu der noch ein paar Kilomenter zu Fuss und ein paar See- oder präsziser Grachtenmeilen gekommen sind. Und wie wir den Abend kulinarisch abgerundet haben.

  • 31. Mai 2025 – Utrecht bunt & vielfältig

    Heute erwartet euch ein Bummel über zwei Märkte, eine Hauptpost, die keine mehr ist, ein Besuch im Botanischen Garten und am Abend ein Tanzspektakel, das ziemlich unbeschreiblich ist, weshalb ich es gar nicht erst versuche.

    Unterwegs zum Käse-, Fisch- und Gemüsemarkt begegnet mir eine Marktfrau, die es wohl nie mehr dorthin schaffen wird.

    Eier hat‘s dort wohl bereits genug, was das Markenzeichen dieses Marktes zu sein scheint. Dort decken sich viele Menschen reichlich ein; am entsprechenden Angebot fehlt‘s nicht.

    Wachtel-, Hühner- und Enteneier
    in Hülle und Fülle

    Auf diesem Markt evoziere ich bei euch die passenden Gerüche dazu vielleicht besser nicht – ausser ihr seid Meeres- und vor allem Fischliebhaber:innen samt Geruchskulisse…

    Da verpasst ihr auf dem zweiten Markt einiges meer – sorry, ich meinte natürlich mehr. Die Düfte hier mäandern zwischen neutral, blumig (allemal), betörend und würzig. Von den bunten Blumensträussen verschicke ich extra ganz viele. Sucht euch einen aus!

    Setzlinge allerlei Gattung und ganze Blumenteppiche von Geranien und, und, und hatte es auch.

    Falls du zu den lieber-alles-selber-machen gehörst, magst du dich vielleicht lieber hier bedienen.

    Alles Samen-Beutel – mehrere Hundert Sorten

    Nach soviel Botanik und Garten, die Hände „schmutzig“ gemacht habe ich mir dabei zwar nicht, für Leser:innen unter euch eine weitere Sehenswürdigkeit von Utrecht, die alte Hauptpost. Heute ist sie eine Bibliothek. Sechs Stockwerke voll mit Büchern aller Genres, gemütlichen Leseecken – mit und ohne Kaffee. Und das alles in einem historischen Gebäude mit vielen Facilities.

    Damit ich heute noch ins Bett komme ;-), lasse ich die Bilder für sich sprechen. Einen Besuch ist Utrecht sowieso wert – und auf dem Internet gibt‘s sicher auch mehr zu sehen.

    Hereinspaziert!

    Wobei sich auch ein Blick von aussen lohnt. Hier die Collage über der Türe, was euch drinnen alles erwartet.

    Und noch ein paar Impressionen von innen.

    Eingangshalle

    Habt ihr genug Bibliotheksluft geschnuppert? Sonst wie gesagt – ab nach Utrecht oder in eine näher gelegene Bibliothek oder Buchhandlung. Vielleicht ist ja dort auch gerade…

    Mit mir geht‘s jetzt aber wieder an die frische Luft. Weil wir zwar in Utrecht bleiben, aber nicht im Stadtzentrum, nehmen wir die Velos. Jetzt wird‘s gleich bunt und ihr werdet sogar rot sehen. Wobei ich nach heute nicht mehr verstehe, wieso rot sehen so einen schlechten Ruf hat und die Arbeitsbiene so einen guten. Doch seht selber.

    Der Botanische Garten von Utrecht hat einen faszinierenden Steingarten, eigentlich sogar eine kleine Steingarten-Insel.

    Mit Steintreppen, die ganz Holland-untypisch einen kleinen Berg erklimmen…

    und vielen intensiv farbigen Blumen und würzig duftenden Kräutern unterwegs.

    Der Botanische Garten hat für alle Sinne etwas zu bieten, zum Beispiel auch (wobei ich nicht sicher bin, ob diese Premiere tatsächlich auch klappt…)

    oder auch

    Warum heisst es eigentlich: Sei doch kein Frosch!

    Über diesen Botanischen Garten könnte ich ein ganzes (Foto-)Buch schreiben, wofür ich aber leider keine Zeit habe. Vielleicht in einem nächsten Leben.

    Bilder und auch ein paar Hörproben kann ich euch mitgeben. Den würzigen Duft der Kräuter und die Sonnenwärme auf eurem Gesicht oder das flinke Rascheln der Eidechsen müsst ihr euch selber vorstellen. Es lohnt sich.

    Dafür jetzt noch der Beweis, dass rot sehen ganz schön attraktiv sein kann.

    Die stammen alle aus zwei Green Houses – und für ganz Aufmerksame unter euch hat es noch ein sehr spezielles Exemplar darunter.

    Und weshalb ich mir ab sofort abgewöhne eine Arbeitsbiene zu sein, sehr ihr hier:

    Die Erklärungen, Schautafeln und Ausprobier-Stationen für die Kinder fand ich genial – und weil mich hier ja niemand kennt bzw. Heinz schon lange gut genug…

    Ganz besondere Verkehrsmittel und Fahrpläne haben sie hier auch.

    Und jede Menge schräge Vögel.

    … was in der Betrachtungsweise von (allzu) vielen Menschen auf dasselbe herauskommt. Oh, à propos Vögel. Da haben sie hier noch mehr zu bieten.

    Dann gäbe es noch den neuen Evolutionspark, von dem ich euch wenigstens den Eingang zeige und viele Geschichten, aber eben nur Tage mit 24 Stunden.

    Weil es inzwischen bereits morgen ist – und ich heute noch nicht einmal angefangen habe – schicke ich euch noch die Collage von Renaissance

    und verabschiede mich ins Bett, wo ich mir noch mit grosser Nachfreude den heutigen Tag Revue passieren lasse. Auch dieser hatte viel zu bieten.

  • 30. Mai 2025 Utrecht und Umgebung

    Die Temperaturen sind noch ziemlich frisch. Die Tour in die Umgebung kann gut auch noch einen Moment warten.

    Zuerst eine Runde durchs Quartier – mal sehen, was es zu entdecken gibt.

    Hoppla!

    Tatsächlich in Sichtweite eines Velo-Geschäfts.

    Heinz kauft sich sicherheitshalber gleich zwei neue Schläuche.

    Doch zuerst quer über die Strasse…

    zu einem feinen Cappuccino und einer Zimtschnecke dazu, die sogar aufgewärmt wird. Dieser Duft – und der Geschmack erst! Läuft euch auch bereits das Wasser im Mund zusammen. Himmlisch!

    Danach flickt sich die Platte fast von alleine. War das Ventil; da lässt sich nichts flicken. Schade.

    Ich erkunde derweil etwas die Stadt.

    Was er wohl in der Oudegracht sieht?

    Wasser natürlich und ein paar alte Häuser und…

    die praktische Nutzung der Wasserwege durch die Stadt, z.B. zur Abfallentsorgung.

    Kehrichtabfuhr à la Utrecht

    Der Platten ist behoben. Zeit für ein Müesli und danach ist es so langsam warm genug, um die weitere Umgebung zu erkunden. Die Verkehrsführung mit überall Extra-Spuren für die Velos, meistens sogar von der übrigen Strasse getrennt und Vortritt ergibt ein sehr entspanntes Nebeneinander.

    Und die meiste Zeit sind wir sowieso auf extra

    fietspad gehört aktuell zu meinen Lieblingswörtern

    Velowegen oder eben fietspad unterwegs. Auf den Klappis, was Fotografieren im Fahren schwieriger macht – deshalb auch weniger Fotos on the road.

    Oder dann muss ich mich sputen, um das rote Pünktchen wieder einzuholen, deshalb konnte ich auch hier die plötzlich auftauchende Dünenlandschaft nicht fotografieren.

    Ja, mein Pilot ist es gewohnt, dass ich immer brav in einem Abstand von knapp einem halben Meter folge. ICH – könnt ihr euch das vorstellen 🤭?! Wahrscheinlich nicht – wie ich aus vielen ungläubigen Blicken, die meiner Antwort auf die Frage folgen, wer denn auf dem Tandem vorne sitzt aus Erfahrung weiss. Tja, mit den einzelnen Velos unterwegs kommt da eine Facette von mir eindeutig stärker durch – und Heinz kann wieder üben, was er als Vater bestens konnte: seine Schäfchen im Blick zu behalten. Ok, zumindest ein Lämmchen bin ich zwar nicht gerade…

    Unsere Strecke führte oft durch Wald, entlang von Wasser

    oder auch mal an einem Schloss vorbei mit modernen Plastiken davor.

    Die Tour hätte auch historische Sehenswürdigkeiten zu bieten gehabt – oft nicht so mein Ding – weshalb wir vor allem das unterwegs sein genossen haben.

    Wenn da nicht dieser „flotte“ Wind gewesen wäre. Auf einer Rundtour immerhin mit dem Vorteil, dass wir ihn aus allen Richtungen erleben konnten. Die Klappis sind zwar verblüffend gut zu fahren, im Vergleich zu unseren anderen Velos und dem Tandem sowieso, aber einiges Energie-bedürftiger. Auf dem einen oder anderen Kilometer hätte ich mir durchaus ein bisschen e-Unterstützung gefallen lassen. Die andere Möglichkeit: Tempo und Anzahl Pausen anpassen, schliesslich sind ja Ferien.

    Und da ich so langsam hängry werde, kann ich den Geheimtipp, den ich gestern irgendwo aufgeschnappt habe, schon kaum mehr erwarten oder – wie mein Allerwertestes wohl formulieren würde – erfahren…

    Ein unscheinbares Bahnhofskaffee mit wirklich fantastischen hausgemachten Kuchen.

    Gespiegelt könnt ihr die Durchfahrt eines Zuges sehen.

    Mmmh, diese Pause hat in vielerlei Hinsicht gut getan. Mit diesem Betriebsstoff lassen sich die letzten 15 Kilometer – samt kleinen Umwegen – vergnügt unter die Räder nehmen.

    Am Horizont zeichnet sich tatsächlich schon die Silhouette von Utrecht ab.

    Nach einer ausgiebigen Dusche geht‘s in die Stadt, wo wir nach einer feinen Poke Bowl noch ein weiteres Highlight auf dem Programm haben. Doch davon später – jetzt rufen Sonne, Stadt und Markt.

    Für die Statistiker:innen – Klappis und Tandem sind nicht vergleichbar. Vom Windfaktor ganz zu schweigen 🥵.

    So an einem Freitagabend ist hier eine ganze Menge los. Sowohl in den Grachten direkt am Wasser …

    als auch in den Gassen ist ziemlich viel Volk unterwegs.

    Im Moment haben wir keine Zeit für Apéro. Uns zieht‘s in den neueren Teil der Stadt gleich beim Bahnhof – konkret ins Tivoli.

    Kulturkomplex mit Theatersälen, Bars, Bühnen uvm

    Im grossen Saal erwartet uns eine Bühne mit viel Platz und nur wenigen Instrumenten.

    Schlendernd bevölkert der Chor in Strassenkleidung die Bühne, alles wirkt ganz entspannt und vergnügt. Passend zum Namen des Konzerts „The Living Room“.

    Was dieser Groot Omroepkoor dann allerdings, dirigiert von Eric Eric Whitacre, bot, war grossartig. Und allen die bisher – wie ich zum Beispiel – Harfe für ein langweiliges oder bestenfalls irgendwie sphärisch entrücktes Instrument gehalten haben, wünsche ich eine musikalische Begegnung mit Lavinia Meijer. Ihr Solostück nach der Pause, in der – ganz Living-Room-Feeling – gratis Getränke serviert wurden, war für mich das Highlight des Abends.

    Platzbedingt sahen wir den Chor zwar nur von hinten, was uns allerdings ein paar faszinierende Schattenbilder beschert hat.

    Was für ein Abend, den wir dann noch auf einer Erkundung des vielfältig bespielten – musikalisch und auch im eigentlicheren Sinne – Gebäudes und einem Nachtspaziergang mit bezaubernden Lichtbildern haben ausklingen lassen.

    Lichtspiel in den Grachten
    Die Besteigung steht noch auf der Ideenliste

    Und zum Abschluss kurz vor „zuhause“ eine kleine Nebenstrasse, in der sie die banalen Strassenlampen mit Lampenschirmen verkleidet haben. Was für eine zündende und witzige Idee.

    Und das war erst Tag 2…